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Social Media-Expertenrunde: Ute Richter im Gespräch

geschrieben am 2. Juli 2010 von Pia Kleine Wieskamp

In dieser Interviewreihe “Social Media-Expertenrunde” spreche ich mit Social Media-Praktikern sowie -Influencern über ihre Erfahrungen, Praxistipps, Meinungen und Visionen. Heute wird die Runde mit Ute Richter fortgesetzt:

http://www.hotwirepr.de/category/ansprechpartner/

Ute Richter kurz vorgestellt:

Development Director bei Hotwire PR GmbH, PR- und Social Media-Expertin, Zielgruppenversteher mit dem Gespür für Trendentwicklungen.  

AW: Ute, man bezeichnet Sie als Social-Media-Expertin – würden Sie sich selbst auch so bezeichnen?
UR: Ich nutzte Social Media privat, aber mehr noch beschäftigt mich die Frage, wie Social Media im Beruf genutzt werden können. Meine Aufgabe ist es, den Unternehmen aufzuzeigen, welches Potential für sie im Bereich Social Media steckt. Im Moment wird das ja in Deutschland von einigen PR-Verantwortlichen wieder stärker in Frage gestellt, aber ich glaube fest, dass Unternehmen den Anschluss verpassen, wenn sie sich Social Media verweigern. Ich berate Unternehmen dabei zielgerichtet und erkläre natürlich die verschiedenen Tools. Wenn dies mich zur Expertin macht, dann ja.

AW: Haben Sie bzw. Ihre Firma ein Motto ?
UR: Hotwire versteht sich als eine innovative PR-Agentur und wir hatten lange Zeit den Anspruch, Next Generation PR umzusetzen. Heute ist unser Ansatz agnostischer. Das heißt, dass wir Medien und andere Meinungsführer gleichermaßen adressieren und zwar mit klassischen und digitalen PR-Maßnahmen. Social Media ist bei uns schon früh ein Thema gewesen. 

AW: Sie beraten u.a. Firmen zum Thema Social Media; erzählen Sie davon.

UR: Wir gehen davon aus, dass es in den Social Media drei Stufen gibt: Das Beobachten, Engagieren und Netzwerken. Und wenn Sie das effizient machen wollen, brauchen Sie auch entsprechende Ressourcen. Das schreckt Unternehmen oft ab, denn sie denken, dass sie es nicht schaffen werden, dauernd neue Inhalte zu produzieren. In der Regel ist das aber das kleinere Problem. Das größere ist es, wirklich in Kontakt mit den digitalen Zielgruppen und den richtigen Multiplikatoren zu kommen. Wenn Sie das nachhaltig machen wollen, müssen Sie Kommunikation anders definieren und bereit sein, neue Dinge auszuprobieren. Social Media sind dann kein kurzfristiges Engagement, sondern Teil der Gesamtkommunikation. Darüber hinaus finden es viele Verantwortliche auch sehr schwer, die Erfolgskriterien für Social Media zu definieren und zu verinnerlichen. Da wird viel mehr in Frage gestellt, als bei klassischer Pressearbeit, obwohl sich Social Media wirklich gut messen lassen.

Wir setzen Social Media Kampagnen erfolgreich für unterschiedliche Unternehmen um – das reicht dann von Unternehmensblogs, Social Media Pressebüros für Embedded Technology Anbieter bis zu integrierten Kampagnen für Kaufhäuser etc., in denen auch die Verkäufer als Twitterer eingebunden werden.

AW: Viele Leute haben ein Aha-Erlebnis im Social Web – gab es das bei Ihnen auch?
UR: Wir waren schon vor zwei Jahren sehr interessiert daran, diese Kampagnen umzusetzen und haben uns dann entschieden, Unternehmen, die offen für Neues sind, gezielt anzusprechen. Einer unserer ersten deutschen Kunden in diesem Bereich ist ein sehr spezialisierter Anbieter von Embedded Lösung mit einer internationalen Zielgruppe, der mit uns ein Social Media Pressebüro umgesetzt hat. Das Ganze war ein Versuch in einem sehr technischen Umfeld und das Aha-Erlebnis da, als andere größere Anbieter nachzogen und unser Kunden von internationalen Partnern und Endanwendern wirklich positives und messbares Feedback bekam. Das war eine schöne Erfolgsgeschichte.

Eine andere Geschichte, vielleicht kein Aha-Erlebnis, aber eine nette Anekdote war ein nicht ganz so ernst gemeintes YouTube Video (http://www.youtube.com/watch?v=hE3R5GR1IjU), das wir für einen Kunden kurz vor der CeBIT gemacht haben. Den Link haben wir Kunden und Redakteuren mit im Reminder geschickt. Das Feedback war phänomenal, weil es eben mal etwas anderes war.

AW: Was verstehen Sie unter dem Oberbegriff „Social Media“?
UR: Wir unterscheiden zwischen Digital Media, dass sind sozusagen die klassischen Online-Medien und Social Media,  das ist wie mein Kollege Gerrit sagen würde, das Mitmachweb. Bei den Social Media geht es um das aktive Teilnehmen und Austauschen im Internet.

AW: Ute, was ist Ihr Ziel beim Einsatz von Social Media und wie hat es Ihr Leben und Ihren Job beeinflusst?
UR: Es hat den Beruf auf alle Fälle noch mal aufregender gemacht – ich habe ja schon den ersten New Media Boom mitgemacht und fand das damals schon sehr interessant. Ich mag die Veränderungen, weil ich denke, dass sie so viele neue Chancen bieten.

AW: Was sind denn Ihre wichtigsten Erfolgsfaktoren im Social Web?
UR: Meiner Ansicht nach gibt es zwei gravierende Faktoren, die für den Erfolg im Social Web stehen: Aktualität und Inhalt. Der Zeitfaktor ist hier noch wichtiger als in den anderen Medien, denn keiner möchte zum Beispiel ein Twitter-Interview verfolgen bei dem die Antworten erst Minuten später kommen oder Kommentare lesen, wenn die Diskussion bereits vorbei ist. Ein weiterer Erfolgsgarant ist der Aufbau von Communities, Followern und auch Freunden. Sie hauchen derzeit den Social Media jede Menge Leben ein.

AW: Welche Tipps geben Sie Unternehmen im Umgang mit Social Media?
UR: Wenn Sie’s mal ausprobieren wollen, dann achten Sie darauf nicht nur Inhalte zu pushen, sondern Zeit einzuplanen, auf andere Digital Natives (inhaltlich) einzugehen und sich zu vernetzen. Wenn Sie es richtig in Angriff nehmen wollen, überlegen Sie vorab, was Erfolg für Sie heißt. Wenn Sie das auf die reine Inbetriebnahme reduzieren, werden Sie nicht wirklich glücklich mit ihren Aktivitäten werden.

AW: Zukunftsmusik: Wohin entwickelt sich Ihrer Meinung nach das Internet?
UR: Ich denke, das wird unser zentraler Informations- und Kommunikationshub werden zu Lasten von klassischen Medien und klassischen Kommunikationsformen, aber nicht zu Lasten der Kommunikation an sich.

AW: Treffen Sie Ihre Social Media Kontakte auch im realen Leben?
UR: Ja, schon. Ich achte aber privat beispielsweise auch auf mehr Nähe als beispielsweise andere Freunde von mir. Die finden es super mit David Lynch oder Detlef Schlingensief in Kontakt zu sein. So schaffen sich die skurillsten Netzwerke. Ich bin da maximal ein Kontakt zweiten Grades, aber ich höre mir die Geschichten gerne an.

AW: Danke für das Gespräch.
UR: Bitte.

2 Reaktionen zu “Social Media-Expertenrunde: Ute Richter im Gespräch”

  1. Social Media-Expertenrunde: Ute Richter im Gespräch « Hotwire PR German

    [...] und Visionen. Anfang Juli wurde die Runde mit unserem Managing Director Ute Richter fortgesetzt. Lesen Sie mehr… Wir haben bei Hotwire ein hoch professionelles Team angetroffen, das bestens vorbereitet war [...]

  2. Lars Heinemann

    Gute Studie von Hotwire.

    Gruß

    Lars

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