Sollte jedes Unternehmen einen Social Media Newsroom haben?
geschrieben am 27. Mai 2010 von Pia Kleine Wieskamp
Michael Praetorius (@praetorius) stellt sich die Frage: Muss jedes Unternehmen einen Social Media Newsroom haben?
Social Media Newsrooms sind eine neuerliche Erscheinung auf Corporate Websites oder Presseportalen, um die Verbindung und Medienkompetenz im Social Web zu belegen. Längst ist die Corporate Website nicht mehr der einzige Raum, in dem sich Inhalte zu Produkten oder Gespräche mit und zwischen Konsumenten finden. Informations- und Kommunikationsplattformen sind heute Blogs, Communities, Foren oder Content-Plattformen wie YouTube.
Der Social Media Newsroom als Brücke zum Social Web
Einen Social Media Room muss man sich wie ein web2nulliges Pressclipping vorstellen: einen Mashup aus Inhalten, die von oder über ein Unternehmen von Nutzern, Konsumenten oder Mitarbeitern außerhalb der Corporate Website im Social Web verbreitet wurden. Dazu zählen Blogs, Bilderalben bei Flickr, YouTube Videos oder Kurznachrichten bei Twitter. Der Social Media Newsroom hat dabei bis auf ein paar Grundelemente wie ein Navigation oder ein Impressum eigentlich keine eigenen Inhalte, sondern fungiert ist ein reiner Aggregator.
Einige Unternehmen zeigen nur ihre selbst veröffentlichten Inhalte im Social Web wie Videos aus ihrem offiziellen YouTube Kanal oder Blogeinträge der eigenen Evangelisten andere Unternehmen vernetzen sich zudem mit wohlgesonnenen Bloggern oder anderen Multiplikatoren aus der Social Media Szene, wieder andere identifizieren im Einzelfall passende Inhalte und stellen diese wie Fundstücke in ihrem Social Media Newsroom aus. Alle diese Wege sind sinnvoll, zeigen aber eine Unterschiedliche Ausrichtung und Stufe der eigenen Social Media Strategie. In jedem Fall muss das Unternehmen aber auf Augenhöhe mit Nutzern des Social Webs sein (siehe Cluetrain Manifest).
Aufgabe des Social Media Rooms ist es, das diffundierte social Web sinnvoll zu strukturieren.
Die Notwendigkeit und Akzeptanz eines Social Media Rooms steht und fällt mit der Relevanz und sinnvollen Strukturierung der Inhalte. Das Social Web ist dezentral, Inhalte diffundieren in kleinste Partikel zerlegt in verschiedensten Plattformen. Der Social Media Room hat die Aufgabe diese weit verstreuten, meist nur in Chronologie und Tags veröffentlichten Inhalte sinnvoll zu sortieren und an einem zentralen Ort sinnvoll zusammenzuführen.
Am Anfang steht das Monitoring
Welche Plattformen im Social Web eigenen sich am besten für das einzelne Unternehmen aktiv zu werden und dort dezentral Inhalte zu verstreuen oder mit Kunden zu kommunizieren? Welche Multiplikatoren gibt es bereits im Social Web, die sich eigenständig mit dem Unternehmen auseinander setzen? Gibt es einzelne Inhalte, die bereits einen gewissen Buzz erreicht haben? Diese Fragen müssen im Rahmen der eigenen Social Media Strategie und im Aufbau und der kontinuierlichen Pflege des Social Media Newsrooms beantwortet werden.
Social Media Newsroom vs. Presse-Server vs. Corporate Website
Der Social Media Newsroom wird weder den etablierten Presseserver noch den “Über uns”-Teil der Website ersetzen. Ein offener Pressebereich oder ein passwort-gesicherter Pressebereich für hochauflösende Bilder und Videos haben weiterhin ihre Berechtigung. Unterschiedliche Kanäle benötigen weiterhin eine unterschiedliche Ansprache. Ein passwort-geschützter Downloadbereich ist in bestimmten Branchen sinnvoll, in denen z.B. Bild- und Videorechte individuelle geregelt sind. In den wenigsten Fällen ist geklärt, an welche Zielgruppe sich ein Social Media Newsroom richten soll. Inhalte im Social Web erreichen jeden, wie kann da eine Zusammenfassung dieser Inhalte einen Pressebereich oder nur den Corporate-Teil einer Consumer-Website ersetzen?
Social Media Newsrooms eignen sich, wenn sie technologisch richtig umgesetzt werden besonders zur Suchmaschinen-Optmierung. Bilder, Videos, Präsentationen oder Blogs können über die Vernetzung mit dem Social Media Newsroom mit zusätzlichem Traffic aufgeladen werden, denen soziale Netzwerke vereinzelt als Relevanz messen. Durch Rückverlinkungen profitiert auch der Social Media Newsroom.
Sollte jede Website ein Social Media (News-)Room sein?
Im Idealfall bedient sich jede Corporate-Website der Technologie eines Social Media Newsrooms und macht diesen dadurch bestenfalls obsolet. Unternehmen können das Social Web als externe Festplatte begreifen und bewusst Bilder, Videos und Präsentationen zu Plattformen wie Flickr, YouTube und Slideshare auslagern und diese auf ihrer eigenen Website strukturiert wieder einbinden. Dadurch ist die eigene Website ein zentrales Schaufenster alle Online-Aktivtäten. Unternehmen müssen sich Gedanken hinsichtlich der personellen Ressourcen machen, wo sie im Web aktiv werden, sondern vereinfachen das Corporate Website Publishing durch den Einsatz des Social Webs. Im Idealfall wird dadurch der Workflow vereinfacht, da Inhalte nicht mehr doppelt in mehreren Plattformen in fast identischer Weise veröffentlicht werden müssen. Professionelle Social Media Content Management Systeme wie NOEO oder Blogsysteme wie WordPress sind bei der Umsetzung dieser Strategie eine große Hilfe.
In Punkto Suchmaschinenoptimierung wird dies zum Erfolg führen. Die Suche nach Videos, Bildern und Texten wird viele unterschiedliche Quellen finden. Ziel ist es dabei gar nicht mehr unter die ersten drei Suchergebnisse bei Google zu kommen, sondern die gesamte erste Seite zu besetzen – mit unterschiedlichen Quellen. Die Einbindung auf der Website verhilft den Inhalten im Social Web von Robotern und Algorithmen sinnvoll beschriftet zu werden.
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Der Autor Michael Praetorius:

Michael Praetorius ( http://www.praetorius.com/) ist als Berater und Medienexperte tätig. Sein Unternehmen NOEO entwickelt Online‐Strategien, Webanwendungen für Online‐Inhalte sowie Social Media Konzepte. Praetorius ist zudem seit vielen Jahren als Journalist für Hörfunk, TV‐ und Online‐Medien tätig. Privat agiert er als Blogger und produziert den Münchner Medien‐Talk „Isarrunde“.
Am 27. Mai 2010 um 15:52 Uhr
“Der Social Media Newsroom hat dabei bis auf ein paar Grundelemente wie ein Navigation oder ein Impressum eigentlich keine eigenen Inhalte, sondern fungiert ist ein reiner Aggregator.”
Dann bleibt der Nutzen aber auch nur sehr sehr beschränkt. Natürlich kann man YouTube, Twitter und Flickr auf einer Seite zusammenpacken und darüber Social Media Newsroom schreiben, aber dies hat kaum den Namen verdient.
Ein guter Newsroom besteht aus mehr, als nur aus der Aggregation von externen Inhalten. Als Anbieter sollte sich der Autor schon etwas mehr damit befassen.
Jeder gute Social Media Newsroom besteht aus mehr, als nur aus YouTube, Flickr & Co. Er bietet auch einen Überblick über diese Inhalte/Kanäle ja, aber eben auch eigene Inhalte wie Nachrichten, News, Pressemitteilungen, Downloads, Pressekontakte bis hin z.B. zu Informationen über kommende Events etc.
Entsprechend geht es u.a. bei einem Newsroom auch darum, die Inhalte wie Nachrichten und Pressemitteilungen effizient und weitreichend zu verbreiten (u.a. zu Twitter, Facebook, Google News, Suchmaschinen, RSS-Feed- und E-Mail-Abonnenten etc.) oder sie durch Besucher (Journalisten, Blogger, Partner, Kunden etc.) verbreiten zu lassen.
Und dies sind nur einige Aspekte eines guten Newsroom…
Tipp: Social Media Newsroom | Was? Warum? Wozu?
http://infos.mediaquell.com/infos/social-media-newsroom/
Am 28. Mai 2010 um 20:47 Uhr
Auf Facebook gibts gerade ein schönes Voting mit ziemlich vielen Newsrooms, da kann man sich eine gute Inspiration holen: http://www.facebook.com/album.php?aid=7164&id=105690659473541
Am 4. Juni 2010 um 13:04 Uhr
Merci, werde ich mir ansehen. Pia
Am 4. Juni 2010 um 13:06 Uhr
Vielen DANK für den Input. Pia
Am 4. Juni 2010 um 13:06 Uhr
Merci für die Info. Pia