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Webtage mit Stefan Münz: Tag 1

geschrieben am 30. Juni 2008 von Pia Kleine Wieskamp

Google ruft den “Summer of Code” aus und

Stefan Münz die Webtage!

“Während Sie jedoch, um am Summer of Code teilnehmen zu können, zu den innovativsten Programmierern der Welt gehören sollten, genügt für die Webtage im hiesigen Blog ein wenig Interesse an den Backgrounds des Web. Aus meinem Buch “Webseiten professionell erstellen“, das der Verlag dieser Tage in dritter Auflage herausgebracht hat, werden an 10 Tagen Auszüge im Blog veröffentlicht, die Sie ganz nach Gusto als Appetizer für das Buch oder einfach als kleine Know-how-Snacks für Zwischendurch konsumieren dürfen.” - Stefan Münz.

Einige wichtige Begriffe, Aspekte und Originalinformationsquellen sollten Sie kennen, bevor Sie sich an die Entwicklung eines Webprojekts wagen, das die Bezeichnung »professionell« verdient.

Dieser erste Buchteil vermittelt das nötige Basiswissen:

Begriffsklärungen

Das Web ist, verglichen mit anderen Medien, noch recht jung. In den Anfangsjahren herrschte eine teilweise babylonische Sprachverwirrung rund um die wichtigen Termini technici dieses neuen Mediums. Fast täglich tauchten neue Schlagwörter auf und die meisten davon wurden häufiger falsch benutzt als richtig. Mittlerweile ist allerdings ein Stadium eingetreten, in dem sich einigermaßen klar unterscheidbare Begriffe herauskristallisiert haben. Mit diesen Begriffen sollten Sie souverän umgehen können.

Begriffe: Websites, Webseiten und Homepages

Den drei Substantiven der Überschrift lassen sich noch diverse weitere Wörter wie Webauftritt, Webpräsenz, Webangebot, Internetseiten, Portal oder anglophile Varianten wie Webpages hinzufügen. All diese Wörter werden regelmäßig benutzt.

Websites

Eine Website ist ein als Ganzes erkennbares Projekt, das in der Regel aus mehreren bis vielen einzelnen, miteinander verlinkten Webseiten besteht. Der erkennbare Zusammenhang ergibt sich aus verschiedenen Faktoren:

  • Eine Website hat ein erkennbar identifizierendes und einheitliches Seitenlayout.
  • Es gibt eine feste, immer wieder an der gleichen Stelle erscheinende Navigationsmöglichkeit. Über diese kann der Anwender jederzeit den Rückbezug zu zentraleren Seiten des Projekts herstellen, sie verschafft ihm eine räumliche Grobvorstellung vom Gesamtprojekt und vermittelt ihm, wo er sich innerhalb des Angebots gerade befindet.
  • Die meisten Websites sind heute über einen eigens dafür reservierten Domain-Namen aufrufbar.

Ein Firmenauftritt im Web, ein Dokumentationsprojekt, ein elektronischer Anzeigenmarkt, eine Partnerbörse, ein Fan-Projekt, ein Wiki-System, eine komplette Community-Infrastruktur, ein Informations-Service, eine Suchmaschine, ein Linkverzeichnis, ein Magazin – all das sind jeweils Websites.

Beispiele: Die Webpräsenz der

Der Begriff Website wird häufig mit dem einer einzelnen Webseite verwechselt. Der Grund ist, dass das englische site ein »falscher Freund« ist, der die Übersetzung »Seite« suggeriert, was aber falsch ist.
Korrekt ist jedoch die Übersetzung »Sitz« im Sinne eines Unternehmenssitzes.

Webseiten

Eine einzelne Webseite (oft auch als Internetseite bezeichnet) ist ein HTML-Dokument, das von einem Webbrowser angezeigt werden kann. Die genaue Abgrenzung lässt sich eigentlich nur technisch erklären, nämlich dadurch, dass die Webseite aus allem besteht, was zwischen den beiden HTMLTags <html> und </html> notiert ist. Das können sein:

  • normale, strukturierte Textinhalte, also Überschriften, Textabsätze, Aufzählungen, Tabellen usw.,
  • Formulare, in denen der Anwender etwas eingeben, auswählen oder anklicken kann,
  • referenzierte Inhalte wie Grafiken, bewegte Animationen, Sound oder Anwendungen,
  • dynamische Bestandteile, die durch clientseitiges Scripting (JavaScript) zustande kommen, inklusive zusätzlich geöffneter Popup-Fenster und dergleichen,
  • Definitionen, die das typische Seitenlayout bestimmen und sich sowohl innerhalb des HTMLCodes befinden als auch aus referenzierten Dateien stammen können.

Ein wichtiges Kriterium einer einzelnen Webseite ist: Sie hat eine Internetadresse (URL) wie http://www.claudia-klinger.de/digidiary/04_03_05.shtml.

Umgekehrt ist allerdings nicht jede solche Adresse auch eine Webseite. Denn auch in Webseiten referenzierte Grafiken, Flashmovies, Java-Applets usw. haben eigene URIs, ebenso wie Download-Dateien in Archivformaten, PDF-, Postscript-, Word- oder sonstige Dokumente, die häufig im Web zu finden sind. Sie sind deshalb im Web, weil sie einen URI haben, der mit http:// oder https:// beginnt, doch es sind keine Webseiten.

Wenn die sogenannte Frame-Technik zum Einsatz kommt, wird es problematisch. Genaugenommen weicht die Frame-Technik den Begriff der Webseite auf, was auch der Grund dafür ist, dass diese Technik mittlerweile von Fachleuten heftig kritisiert wird. Bei Verwendung von Frames wechseln nur Teile einer im Browser-Fenster angezeigten Seite beim Wechsel zu einer anderen Seite ihren Inhalt. In der Adresszeile des Browsers bleibt immer die gleiche Adresse stehen.

Statische und dynamisch generierte Webseiten

Eine Webseite muss keine Datei mit der Endung .htm oder .html sein. Ein vollständiges HTML-Dokument, reichend von <html> bis </html>, kann ebenso gut durch ein serverseitiges Script generiert werden. Der Browser (und der Anwender) merken davon nichts. Der Inhalt der Seite wird auf demServer-Rechner dynamisch generiert und dann vom Webserver an den Webbrowser genauso wie eine normale HTML-Datei ausgeliefert.

Dynamisch generierte Seiten sind beispielsweise Ergebnisseiten einer Suche oder Bestätigungsseiten,
die zuvor vom Anwender eingegebene Daten wiederholen, etwa für einen Kaufvorgang. Für dynamisch generierte Seiten kommen typischerweise serverseitige Programmiersprachen wie PHP, JSP oder Perl zum Einsatz. Nicht selten werden auszugebende Inhalte dabei aus einer ebenfalls auf dem Server-Rechner laufenden Datenbank geholt. Deshalb können am Zustandekommen einer Webseite auch Datenbank-Management-Systeme wie MySQL beteiligt sein.

Homepages

Der Begriff der Homepage ist bis heute mehrdeutig. Er kann folgende Bedeutungen annehmen:

  • Die im Browser eingestellte Startseite, die nach jedem Start des Browsers und bei jedem Anklicken des Home-Symbols wieder angezeigt wird.
  • Die Einstiegsseite einer Website, also die Webseite, die automatisch angezeigt wird, wenn im Browser z. B. nur www.stempelgeheimnis.de eingegeben wird.
  • Synonym für eine kleinere, meist persönliche Website, eine elektronische Visitenkarte im Web. In der letztgenannten Bedeutung hat »Homepage« allerdings manchmal auch einen leicht negativen Unterton. Der Unterton zielt auf Seiten, die typischerweise bei kostenlosen, werbefinanzierten Hostern unter ellenlangen Internetadressen erreichbar sind, auf denen meist pubertierende Jünglinge ihre ersten HTML-Gehversuche starten und dabei inmitten eines bunten, zappelnden Layout-Chaos über ihren Hamster oder das Innenleben ihres PCs berichten.

Link zum Buch “Webseiten professionell erstellen” http://www.awl.de/9783827326782.html

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