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Social Media-Expertenrunde: Holger Schmidt im Gespräch

geschrieben am 15. April 2010 von Pia Kleine Wieskamp

In dieser Interviewreihe “Social Media-Expertenrunde” spreche ich mit Social Media-Praktikern sowie -Influencern über ihre Erfahrungen, Praxistipps, Meinungen und Visionen. Nach Meike Leopold, Thomas Pfeiffer, Leander Wattig und Michaela von Aichberger, Heiko Ditges  und Jochen Mai  wird die Social Media-Expertenrunde mit Holger Schmidt fortgesetzt:

Dr. Holger Schmidt kurz vorgestellt:
 
Er schreibt für die F.A.Z.  (Link zu Holger Schmidt bei der F.A.Z.) über Internet, Social Media und Telekommunikation und bloggt auch als “Netzökonom” über diese Themen. Nebenbei Gründer der Twitter-Applikation Tweetranking.
 
Interview: 
AW: Holger, man bezeichnet Sie als Social Media-Experten – würden Sie sich selbst auch so bezeichnen?  
HS: Nein, sicher nicht. Social Media-Experten gibt es schon genug. Ich bin Journalist, schreibe über Social Media und nutze die sozialen Medien intensiv für meine Arbeit.

AW: Sie sind Initiator des Tweetrankings: Was ist das, wie funktioniert es  und warum haben Sie es entwickelt?
HS: Tweetranking ( Tweetranking.com - das Twitterverzeichnis) ist heute eine Twitter-Applikation, auf der sich Twitterer gegenseitig empfehlen können. Daraus ist ein Verzeichnis entstanden, das die Reputation der Twitterer in verschiedenen Kategorien zeigt. Tweetranking kategoriert und bewertet heute nur Menschen, künftig auch die Inhalte. Das Ziel: Tweetranking wird ein sozialer Filter, der die wichtigsten Inhalte auf Twitter identifiziert und den Kategorien zuordnet.
 
AW: Sie haben verschiedene Twitteraccounts ( @HolgerSchmidt , 2nd Account: @netzoekonom & Privat-Account: @Dr_Holger) – warum? 
HS: Ich nutze zwei berufliche Accounts für verschiedene Themen: @HolgerSchmidt (für Tweets zu Internet, Media und Social Media) und @netzoekonom (für Inhalte zu Mobile und Telekommunikation), um niemanden mit Infos zu versorgen, die er nicht möchte. Wen beide Themen interessieren, kann ja beiden Accounts folgen. Zudem trenne ich zwischen Beruflichem und Privatem. Falls jemand wirklich interessiert, welchem Fußballverein ich die Daumen drücke, erfährt dies künftig nur in einem privaten Account. 
 
AW: Holger, sind Sie im Auftrag der FAZ im Social Media-Umfeld unterwegs – oder…?
HS: Ich habe aus eigener Initiative damit angefangen, trete aber vorwiegend als FAZ-Redakteur auf.

AW: Holger, was ist Ihr Ziel beim Einsatz von Social Media und wie hat es Ihr Leben und Ihren Job beeinflusst?
HS: Social Media hat vor allem meinen Beruf beeinflusst. Twitter und Facebook sind sehr wichtige Nachrichtenquellen und Distributionskanäle geworden, die ich nicht mehr missen möchte.
 
AW: Treffen Sie Ihre Social Media Kontakte auch im realen Leben?
HS: Meist auf Internet-Konferenzen – wenn man sich von den Twitter-Fotos her erkennt.
 
AW: Welche Tipps geben Sie Unternehmen im Umgang mit Social Media?
HS: Hemmungen abbauen, für sich nutzen. Bloß nicht ignorieren – das wäre fahrlässig. Und geduldig sein.
 
AW: Zukunftsmusik: Wohin entwickelt sich Ihrer Meinung nach das Internet?
HD: Wenig überraschend: Das Internet wird mobil. Das ist sicher der größte Schritt in den nächsten Jahren. Filteralgorithmen werden eine wichtige Rolle übernehmen, denn die Informationsdichte nimmt stetig zu. Und ich erwarte noch viel vom semantischen Web, auch wenn das sicher nicht über Nacht kommt.
 
AW: Danke für das Gespräch.

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