Intensivkurs: Bilder fürs Internet 1/5

geschrieben am 22. März 2010 von unserem Experten Christoph Künne

Während sich die Darstellung von Bildern im Web und auf dem Papier optisch idealerweise kaum unterschiedet, sind sie technisch gesehen zwei Paar Schuhe. Beim gedruckten Bild ist der Fotograf in seinem Element: Hier geht es in erster Linie darum, mit möglichst vielen Detailinformationen zu operieren, also etwa um hohe Auflösungen, weiche Übergänge und knackscharfe Details, damit das Bild auch noch bei einer Ausgabegröße von 50 mal 70 Zentimetern aus nächster Nähe betrachtet werden kann, ohne dass man auf verräterische Pixel stößt, die den Bildeindruck schmälern. Dass dabei Ausgangsdateien im 16-Bit-Modus des TIFF-Formats mit gerne auch mal über 100 Megabyte Speichergröße entstehen, ist für den druckorientierten Fotografen kein ernstes Hindernis, solange die Qualität stimmt.

Mailversand

Wollte man indes eine solche Datei ohne weitere Bearbeitung ins Web stellen, gäbe es an allen Ecken und Enden Probleme. An eine E-Mail gehängt, besteht keinerlei Hoffnung, dass dieser Elektrobrief seinen Adressaten erreicht.

Eine Frage des Formats

Grundsätzlich gilt, dass man Fotos für den Druck am besten im TIFF-Format, Bilder für das Web dagegen im JPEG-Format abspeichert. Natürlich kann man sich der Einfachheit halber auch gleich auf das JPEG-Format für beide Welten beschränken, doch tut sich der qualitätsbewusste Fotograf damit keinen Gefallen.

Doch neben JPEG stehen inzwischen eine Vielzahl anderer Formate für den Einsatz im Internet zur Wahl. GIF ist ebenso wie JPEG für jeden Browser verständlich, und man setzt es bevorzugt zur Kompression von Grafiken und für einfache Animationen ein. PNG dagegen verstehen zwar die meisten Browser, aber nicht alle, so dass man bei manchen Produkten ein zusätzliches Plug-in laden muss, um Dateien dieses Formats sehen zu können. Apropos Plug-in-Erweiterung: Mithilfe solch zusätzlicher, zumeist kostenloser Software können fast allen Internet-Browsern eine Vielzahl zusätzlicher Dateiformate „beigebracht“ werden. Dazu zählen neben Standards wie PDF, Flash und TIFF aber auch Panoramaformate wie QuicktimeVR. Zu diesen nicht von allen Browsern standardmäßig unterstützten Formaten zählt auch JPEG2000. Dabei handelt es sich nicht – wie man angesichts des Namens zu vermuten geneigt ist – um eine Weiterentwicklung von JPEG, sondern um ein eigenständiges Format, das sich trotz erheblicher Vorzüge gegenüber dem einfachen JPEG bisher nicht am Markt durchsetzen konnte. Selbst in Photoshop, das eigentlich alle wichtigen Bildformate unterstützt, zählt es nicht zum Standardrepertoire. Wer damit arbeiten möchte, muss es sich von der Ressourcen- CD extra manuell installieren.

Bild öffnen und Größe prüfen

Nach dem Start von Photoshop laden Sie zunächst des Bild, das für den Einsatz im Web abgestimmt werden soll, über den „Datei“-Menü-Dialog „Öffnen“. Im zweiten Schritt prüfen Sie die Bildgröße mit dem entsprechenden Dialog im Menü „Bild“. Diese Vorarbeit hat den Hintergrund, dass (für den Fotografen) normalgroße Dateien nur sehr rechenintensiv auf ihren Webeinsatz aufbereitet werden können. Auch wenn Sie noch nicht genau wissen, wie groß das Bild am Ende werden soll, reduzieren Sie die Pixelmaße auf eine maximale Kantenlänge von 1000 bis 1500 Pixel, sofern Sie nicht planen, die Datei tatsächlich mit einer höheren Auflösung online zu stellen.


Speichervorgang einleiten

Für das Speichern von webkompatiblen Fotos kennt Photoshop zwei Wege. Der eine führt über den „Speichern unter“-Dialog. Hier sehen Sie nur die Speicheroptionen für alle unterstützten Formate, allerdings ohne Bildvorschau. Bei JPEG wird zudem eine (leider eher ungenaue) Größenschätzung vorgenommen. Der zweite Weg, auf den wir uns im Folgenden konzentrieren wollen, führt über den Dialog „Für Web speichern“ und bietet allerlei Komfort, den man bei einem Profitool auch erwarten sollte.

Christoph Künne ist Kulturwissenschaftler und stand schon als Kind in der Dunkelkammer. In den frühen neunziger Jahren setzte er sich intensiv mit der damals noch jungen DTP-Technologie und ihrem praktischen Einsatz auseinander. Nach fünf Berufsjahren als Fachschuldozent, Industrie-Trainer und Schulungsleiter eines grafischen Systemhauses wechselte er 1997 zur schreibenden Zunft. Neben mehr als einem Dutzend in viele Sprachen übersetzten Büchern zum Thema digitale Bildbearbeitung veröffentlicht er in den Folgejahren als Technikjournalist regelmäßig Beiträge in Fachmagazinen wie c’t, Computerfoto, Macup, Macprofiler, Fotomagazin, Photographie oder Chip Foto/Video. 2002 gründete er gemeinsam mit dem Photoshop-Urgestein Doc Baumann das Magazin DOCMA, Deutschlands erste Fachzeitschrift für Bildbearbeiter, um sich zukünftig ganz dem Themenkomplex “Digitale Dunkelkammer” widmen zu können. Ergänzend zum sechs mal pro Jahr erscheinenden Heft betreibt er die Webseite www.docma.info, deren Newsletter, die “DOCMAtische Depesche”, längst zum Zentralorgan der deutschen Bildbearbeiterschaft avanciert ist. Er ist Gründer der “DOCMAtischen Gesellschaft”, eines elitären Zirkels von Kreativen und Fototechnik-Experten.

Eine Reaktion zu “Intensivkurs: Bilder fürs Internet 1/5”

  1. Onlineproxy

    ich finde, ein kleiner hinweis auf gimp wäre auch noch passend.
    lg

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