pia Social Media-Expertenrunde: Thomas Pfeiffer

geschrieben am 5. März 2010 von Pia Kleine Wieskamp

In dieser Interviewreihe “Social Media-Expertenrunde” möchte ich mit Social Media-Experten bzw. -Influencer  über ihre Erfahrungen, Praxistipps, Meinungen und Visionen sprechen. Die Runde wurde mit Meike Leopold von Cirquent eröffnet und wird mit diesem Gespräch mit Thomas Pfeiffer fortgesetzt:

Thomas Pfeiffer kurz vorgestellt:

Thomas Pfeiffer ist Medienpädagoge, selbstständiger Online-Konzeptioner und Programmierer mit dem Schwerpunkt Web 2.0 & Social Media. Er studierte Diplom-Pädagogik an der Universität Regensburg in den Fächern Erwachsenenbildung, außerschulische Jugendbildung und Medienpädagogik. Bereits während des Studiums machte er sich mit Internetprogrammierung selbstständig und entwickelte u.a. für WordPress, Typo3 und Mediawiki.

Heute berät er Firmen, die neue Medien wie Blogs, Wikis oder Microblogging zur unternehmensinternen und -externen Kommunikation und Projektkoordination einsetzen wollen und konzeptioniert Social Media-Strategien.

Zudem ist Thomas Pfeiffer ist Moderator der Xing Microblogging-Gruppe, aktives Mitglied beim Twittwoch e.V. (Social Media für Unternehmen) und Kopf hinter Twitterthemen.de. Auf seinem Blog Webevangelisten.de veröffentlicht er unter anderem den monatlichen Twitterzensus und meldet sich regelmäßig mit Beiträgen zur “vernetzten Gesellschaft” zu Wort.

Interview:

Q: Herr Pfeiffer, wie würden Sie sich bzw. Ihre Position innerhalb der Social Media-Welt bezeichnen?

Pfeiffer: Ich bezeichne mich selber als “most fucking awesome Social Media Guru ever”. :-)

Aber Spaß beiseite: Der Begriff ‘Experte’ wird gerade im noch jungen Social Media-Umfeld inflationär benutzt. Das Urteil über meinen vermeintlichen Expertenstatus überlasse ich anderen. Davon muss sich jeder selber ein Bild machen. “Social Media Praktiker” mag ein Begriff sein, der, wenn man so will, das beschreibt, was ich tagtäglich tue: Ich verbringe viel Zeit in Online-Communities und tausche mich sehr häufig mit vielen Menschen aus. Ich bin also auch ein “Digital Resident” – ein Bewohner auch der digitalen Welt.

Q: Und wie würden Sie Social Media definieren?

Pfeiffer: Social Media ist vor allem eines nicht, nämlich nur Twitter, Facebook oder Xing.

Social Media hat auch nichts mit dem Begriff “sozial”, wie z.B. in “Sozialpädagoge” oder “Sozialhilfe” zu tun. Social Media ist die historisch einmalige Chance, dass der Einzelne mit viel mehr Menschen als bisher kommunizieren kann. Nur die wenigstens konnten bisher mehr als 100 oder 150 Menschen adressieren. Durch Social Media wird es plötzlich möglich, ein viel größeres Publikum zu erreichen. Einige Menschen wollen das nicht, andere gelangen durch Zufall an ihre “fünf Minuten Ruhm”.
Als studierter Erziehungswissenschaftler beobachte ich dieses Phänomen und stelle mir die Frage, was eigentlich dahinter steckt und wie Menschen lernen können, mit diesen Veränderungen sinnvoll umzugehen.

Dazu erhebe ich Umfragen z.B. zur Nutzung von Twitter und Facebook (http://facebookumfrage.de/ läuft noch aktuell, bitte  mitmachen :-) und beteilige mich mit Blogbeiträgen und Studien an der aktuellen Social Media-Debatte, z.B. gehe ich der Frage nach: “Was bedeutet Medienkompetenz in Zeiten des Web 2.0″ oder wehre mich gegen “Angsmachende PR” in der Art: “Ein Unternehmen, das kein Social Media macht, wird 2010 pleite gehen”. Letzteres ist nämlich blanker Unsinn.

Thomas Pfeiffer twittert unter @codeispoetry

Q: Herr Pfeiffer, was ist Ihre Intention beim Einsatz von Social Media?

Pfeiffer: Mir persönlich macht Social Media in erster Linie Spaß, wenn der nicht wäre, würde ich ‘dat Janze jar nicht’ machen. Nach dem Spaß am Umgang mit Menschen und an der Diskussion über spannenden Themen kommt an zweiter Stelle lange Zeit gar nichts.

Q: Und hat Social Media Ihr persönliches Leben verändert?

Pfeiffer: Social Media hat insofern mein Leben verändert, als dass ich heute mit viel mehr Menschen und Meinungen in Kontakt komme als früher. Das ist nicht immer leicht, weil andere Meinungen und Überzeugungen auch weh tun können und ärgerlich sind. Machen wir uns nichts vor. Aber alles in allem, trotz der Trolle und neo-liberaler oder konservativer Meinungen :-) bringt der Austausch mit vielen und vor allem anders denkenden Menschen mich persönlich und die Gesellschaft als Ganzes voran. Das ist das wesentliche positive Merkmal von Social Media. (Ach ja, und ein neuer Vertriebskanal ist es auch. Vielleicht. :-)

Social Media, verstanden als die Chance des Einzelnen, sich Gehör zu verschaffen zu einem Thema seiner oder ihrer Wahl, das geht nicht mehr weg. Und das ist auch gut so. Wichtig ist jetzt, diese Entwicklung verstehen zu lernen und den Menschen das Handwerkszeug zu geben, diese Tools wie Twitter, Facebook, Blogs, Wikis und Foren, sinnvoll zu nutzen – und dabei Spaß zu haben.

Wir bedanken uns bei Thomas Pfeiffer für das Gespräch und heir noch einige Links zum Thema:

Thomas Pfeiffers aktueller Blogbeitrag: “Twitter Nutzerzahlen übersteigen 200.000 in Deutschland, Österreich und
der Schweiz” – http://webevangelisten.de/twitter-nutzerzahlen-ubersteigen-200-000-deutschland/

Twitter: http://twitter.com/codeispoetry
WWW: http://webevangelisten.de

Lesetipp: Social Media-Expertenrunde: Meike Leopold

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4 Reaktionen zu “Social Media-Expertenrunde: Thomas Pfeiffer”

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