Gespräch mit Martin Gommel von kwerfeldein.de
geschrieben am 24. November 2009 von Pia Kleine Wieskamp
Martin Gommel – Fotograf, Blogger und Trainer – ist in der deutschsprachigen Fotoszene vor allem durch seinen Fotoblog kwerfeldein.de bekannt, welches ein gut frequentierter Treff- und Informationspunkt für viele ambitionierte Fotografen ist. Martin Gommel beschäftigt sich daher ständig mit fotografischen Themen und versucht das auf seiner Webseite, per Twitter ( @kwerfeldein ) oder flickr sowie weiteren Social Media Netzwerken in Form eines ‘persönlichen Gesprächs’ und auch über sein Video-Training ‘Fotografieren leicht gemacht’ zu vermitteln.
Wir haben uns mit Martin Gommel über Fotografie, seinen Blog sowie über ‘DIES & DAS unterhalten:
F: Martin, du hast einen großen ‘kreativen Output’ – sei es als Blogger oder bei deiner Arbeit als Fotograf. Was inspiriert dich?
A: Eine Tasse Kaffee, ein gutes Buch oder ein tiefes Gespräch mit einem Freund. Kino. Und manchmal sogar der Tatort.
F: Martin, wie sieht denn dein typischer Alltag – bei all deinen Aktivitäten – aus?
A: Aktuell verbringe ich sehr viel Zeit mit dem Bloggen (Texte schreiben, Artikel vorbereiten, Gastautoren suchen) und allem, was damit zu tun hat. Aber nach einer Hochzeit sitze ich auch schon mal ne halbe Woche / Woche an den Fotos, um sie fertigzustellen. Nebenher laufen viele Sachen wie Twitter, Facebook, Flickr und so die ganzen Sachen im Web. Momentan habe ich ein eigenes Büro zu Hause, suche aber nach einer externen Möglichkeit in KA.
F: Du betreibst ein sehr erfolgreiches Fotoblog: Erzähl mal, wann und weshalb du deinen Blog gestartet hast?
A: Das Blog habe ich gestartet, weil viele meiner Freunde das auch taten. Da ich im ‘Fach Deutsch’ schon immer recht gut war, dachte ich: Das bekomme ich evtl. auch noch hin. Zu Beginn habe ich sehr viele persönliche Gedanken und Ideen aufgeschrieben, aber schon immer auch Fotos hineingestellt. Die Idee, das ganz auf die Fotografie zu konzentrieren kam erst mit der Zeit und seither hat kwerfeldein.de auch mehr Aufmerksamkeit bekommen.
F: Du hast gerade das Video-Training ‘Fotografieren leicht gemacht’ fertiggestellt. Wen spricht dein Video-Training an?
A: Die DVD spricht ganz gezielt die Leute an, die sich seit kürzerer Zeit mit der Fotografie auseinandersetzen, sich eine DSLR gekauft haben, und bereit sind, loszulegen.
F: Das Praxistraining Fotografie ist in Zusammenarbeit mit deinem Fotoblog kwerfeldein entstanden. Inwieweit ist das Feedback, Fragen, Anregungen der Blogleser mit eingeflossen?
A: Ich würde sagen, dass ohne kwerfeldein.de die DVD gar nicht entstanden bzw. denkbar wäre. Alle Sektionen tragen gewissermaßen die ganzen Konversationen, Gespräche und Meinungen, die man auf kwerfeldein.de finden kann “in sich”.
F: Und wie bist zur Fotografie gekommen?
A: Meine Freundin hatte Ende 2005 eine Digicam mitgebracht und ich versuchte einfach, ein paar Fotos zu machen. Da hat es “Klick” gemacht und das war auch der Beginn einer Leidenschaft, die bis heute anhält. Ich habe von Beginn an Menschen fotografiert, mich aber erst einmal für Landschaften interessiert. Letztes Jahr habe ich mich dann entschieden, mal eine “Landschafts-Pause” zu machen und in der Hochzeits- und Porträtfotografie ein Standbein aufzubauen, welches man jetzt auf martingommel.de betrachten kann.
F: Martin, welches ist als Fotograf dein Lieblingsthema ?
A: Wie oben schon beschrieben sind das ganz klar Menschen. Ursprünglich bin ich ja nicht Fotograf, sondern habe zuvor eine Ausbildung zum Jugend- und Heimerzieher genossen. Das fließt bis heute in meine Arbeit hinein, also das Arbeiten mit Menschen. Ich finde es unglaublich faszinierend, Menschen mit ihrer ganzen Persönlichkeit zu zeigen. Und zwar so, wie sie sind.
F: Und wie sehen deine Lieblingsfotos aus?
A: Immer mein letztes Bild auf flickr
F: Wie gehst du an eine Fotoaufgabe heran? Ist es mehr genaue Planung oder Inspiration?
A: Beides. Eine Hochzeit ist im Vorhinein so genau wie möglich durchdacht und mit dem Pärchen abgesprochen. Doch wenn es dann losgeht, muss ich mich auf das einlassen, was vorher ist. Ich mag diesen Wechsel aus Planung und Überraschung – das macht für mich das Fotografieren noch spannender.
F: Martin, was möchtest du mit deiner Fotografie verdeutlichen?
A: Ganz vieles – das Leben ist komplex! Aber ein sehr wichtiges Element in meinen Bildern ist die Natürlichkeit von Menschen. Ich weiß nicht, warum, aber das zieht sich wie ein roter Faden durch alle meine Arbeiten mit Personen. Ja, ich möchte Menschen so zeigen, wie sie sind.
F: Für interessierte Kollegen die Frage: Mit welcher Technik arbeitest du (Kameras, Blitz, Software)?
A: Aktuell arbeite ich mit der 5D MkII und diversen Festbrennweiten (135 2.0.; 50mm 1.4) und Adobe Photoshop Lightroom (ohne das ich mir nicht mehr vorstellen kann, zu fotografieren). Blitzmäßig bin ich zwar mit der Speedlite 580EXII und der 430EX ausgestattet, setze das aber nur ein, wenn es unbedingt sein muss. ( Hier ein Link zum Blogbeitrag: Warum ich mich für die Canon 5D MkII entschieden habe.)
F: Welches sind deine Lieblingsfotografen?
A: Uh. Ganz ehrlich: Ich habe keinen. Jeder Fotograf hat ein paar Sachen, die ich supercool finde, aber nie wirklich alles. Daher hole ich mir Inspiration von vielen unterschiedlichen Fotografen.
Der Blogbeitrag von Martin auf Kwerfeldein.de ’ Bick nach vorn’ vervollständigt dieses Gespräch:
»Ich kann mich noch sehr gut an meine erste Fahrstunde erinnern. Aufgeregt hatte ich den ganzen Morgen auf das Klingeln des Fahrlehrers gewartet und dachte nur an das Cruisen im fetten Schlitten mit dem Fahrschule-Aufkleber. Als ich dann drinsaß, hatte ich diesen dumpfen Eindruck, völlig fehl am Platz zu sein. Ich brauchte unzählige Anläufe, bis ich auch nur einen Meter fahren konnte, ohne den verdammten Golf nicht absaufen zu lassen.
Doch nach (ich weiß nicht wievielen) Fahrstunden fuhr ich los und “hey ist das geil” raste über die Bundesstraße, Adrenalin und Gaspedal auf Anschlag. Natürlich mit Tempo 30 und im 2. Gang.
Als ich mit dem Knips-Automat Bekanntschaft machte, war es ähnlich. Ich hatte einerseits die Fotografie als die Lösung aller Probleme mein neues Lieblingshobby entdeckt und dachte nur an meine neue Kamera. Doch andererseits hatte ich überhaupt keine Ahnung davon, wie man ein nur annähernd gutes Foto machen könnte.
Und ich wusste das. Mich frustrierte das. Es gab Tage, da hätte ich am liebsten einen breiten, rostigen Nagel direkt durch Objektive, Spiegel und Sensor gehämmert und anschließend die bescheuerte Kamera 3 mal verbrannt. Und dann nochmal extra.
Ab und zu, da lief es. Foto gemacht, auf dem Display bewundert, bearbeitet, ins Netz geladen, perfekt. “Juhuuuuu! Yea! Geil! Fotografieren ist das beste auf der ganzen ganzen ganzen Welt!”
[...] Nun wird sicher der ein oder andere Fragen, wie ich mich heute fühle. Ich würde zu gerne sagen, dass ich immer alles im Griff habe, mir jedes Foto gelingt und ich weiß, wie man fotografiert. Stimmt aber auch nicht. Es gibt noch genügend Situationen, in denen ich mit mir selbst kämpfe und teilweise hart “am Bild” arbeiten muss.
Doch eins ist mir aufgefallen. Ich drücke wesentlich weniger ab und bin gelassener geworden. Mit der Zeit hat der Druck, ein gutes Foto zu machen nachgelassen und ich kann besser damit umgehen, wenn es mal nicht sofort klappt. Ich kann das Licht einwenig besser einschätzen und meine Kamera auch. Diese Kleinigkeiten machen einen großen Unterschied.
Warum ich das erzähle:
Mit diesem Artikel möchte ich all denjenigen Mut machen, die sich manchmal so fühlen, wie oben beschrieben. Ich weiß nicht, ob mir das gelungen ist (aber ich hoffe es).Und nun möchte ich abschließen mit einem Satz, den ich irgendwo im Netz mal gelesen habe. Irgendwie mag ich ihn und mit einem bisschen Fantasie macht er sogar Sinn:
>>Die besten Fotos dieser Welt müssen erst noch gemacht werden.<< Wer fängt an?«
Martin Gommel liebt vor allem eines: Natürlichkeit. Somit ist er selbst nicht nur der Landschaftsfotografie verschrieben, sondern fotografiert auch vorwiegend Menschen. Die Hochzeitsfotografie ist ein großer Schwerpunkt seiner Arbeit und er versucht, Paare so authentisch wie möglich darzustellen. All diese Erfahrungen fließen in seine Video-Trainings ein.




Am 24. November 2009 um 14:29 Uhr
“Da ich im Fach Deutsch schon immer recht gut war, ” davon ist aber schon sehr lange nichts mehr zu lesen. Die Texte sind grauen haft geschrieben, mal von den ganzen Rechtschreibfehlern abgesehen.
Am 24. November 2009 um 15:01 Uhr
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Martin Gommel und Addison-Wesley , Addison-Wesley erwähnt. Addison-Wesley sagte: Interview mit Martin Gommel – @kwerfeldein – über #Fotografie, sein Fotoblog, sein Video-Training & mehr http://tinyurl.com/yg4l9fq [...]
Am 24. November 2009 um 15:42 Uhr
@Jens: Ja, Flüchtigkeitsfehler gibts immer mal – aber ich arbeite dran. Wenn Du magst, kannst Du mir gerne mal einen Gastartikel per Email schicken. Und kleiner Tipp (wenn wir schon beim Thema Rechtschreibung sind): Grauenhaft schreibt man zusammen
Am 24. November 2009 um 16:00 Uhr
@Jens: Dafür sind sie inhaltlich top und für das oben genannte Clientel perfekt abgestimmt. Zudem abwechslungsreich und informativ bzw. inspirierend, da kreativ.
Im Übrigen heisst es “grauenhaft”. Soviel zur Rechtschreibung!
Zum Artikel: Danke für das Interview, Martin erklärt ja schon im Blog sehr viel zu seinen Hintergründen und Gedanken, trotzdem sehr interessant.
Am 22. Januar 2010 um 10:02 Uhr
[...] Gommel (hier gehts zum Interview), der erfolgreichste Fotografie-Blogger Deutschlands, sein Blog heißt kwerfeldein, veranstaltet am [...]