Bilder auf den Punkt gebracht auf Spiegel.de
geschrieben am 2. November 2009 von Pia Kleine Wieskamp
Michael Jordans Fotografiebuch “Vom Alltäglichen zum Besonderen - Bilder auf den Punkt gebracht” bietet laut Spiegel.de “genau die
richtigen Zutaten für besondere Bilder!
Profifotograf Michael Jordan zeigt in seinem Buch, wie man auch ohne außergewöhnliche Orte oder professionelle Models eindrucksvolle Bilder machen kann.”
In dem Buchausschnitt Nur schöm sein reicht nicht bieitet Jordan konkrete Tipps und Lösungsvorschläge für alltägliche Situationen:
“Jeden Tag komme ich an diesem Zaun vorbei. Wer Zäune mag, findet ihn wahrscheinlich schön. Man kann nicht alles fotografieren, was schön ist. Und fotografisch finde ich ihn an den meisten Tagen des Jahres nicht besonders ansprechend….”
In dem Auszug “Hildegard, Du scharfes Schaf” behandelt Michael Jordan die Tierfotografie: “Meine Lieblingstiere sind Seelöwen, die elegant durch das Wasser gleiten. Bei ihnen finde ich das Einfangen der Bewegung für ein gut gestaltetes Bild – aus fotograscher Sicht – besonders reizvoll. Ein Schaf hingegen ist gewöhnlich unspektakulär, wird es doch gerne als dumm oder blöde bezeichnet.
Mich reizte jedoch die Frage, ob es möglich wäre, nicht nur diese extreme Gegenlichtsituation zu meistern, sondern auch gleichzeitig den Wollfilzcharakter des Schafsfells herauszuarbeiten. Wenn Sie statt eines Schafes ein Model fotografieren, können Sie davon ausgehen, dass es nicht eingesperrt ist und dass Sie so die Möglichkeit haben, einen Aufheller zu platzieren, um den Kontrast zu verringern. Auch die Möglichkeit des Weglaufens hat bei der Arbeit mit einem Model in den seltensten Fällen Realitätsbezug.
Bei diesem Schaf spielte die Bewegung des Motivs allerdings keine sonderlich große Rolle. So konnte ich ohne große Eile mein Bild gestalten. Der Grashalm war der eigentliche Grund für die Aufnahme. Er ist für mich das Tüpfelchen auf dem i, der durch das Gegenlicht so schön leuchtet und betont wird. Wer den Loriot-Klassiker mit der Nudel kennt, weiß, warum dieses Bild ‘Hildegard’ heißt…”

