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Das Blitz-Kochbuch: Joe McNallys Hot Shoe Diaries

geschrieben am 8. September 2009 von Pia Kleine Wieskamp

Ein bisschen hiervon und eine Prise davon

Es ist da!! Ab HEUTE  kann man Joe McNallys Übersetzung  “Joe McNallys Hot Shoe Diaries” nun auch in deutscher Sprache in unseren Buchläden finden! Hier ein Video, wie Agent 00McNally sein Buch  findet!


Joe McNally “The Swap”

Und wenn Sie  fragen, wovon das Buch handelt? Ganz einfach, von großen und kleinen Blitzen, von der Fotografie und vielen Praxistipps eines Profis. Joe  meint: »Dies ist kein Buch über Tatsachen. Kein Benutzerhandbuch. Es ist, wie der Titel bereits sagt, ein Tagebuch. Ich bin seit 30 Jahren Fotograf, lange genug, um einiges zu wissen. Tatsachen gibt es in diesem Geschäft nicht viele, noch weniger Formeln. Und nichts ist absolut. Vor allem wenn Sie über Licht sprechen. Licht ist Quecksilber. Es gibt tonnenweise Beleuchtungsrichtlinien, Prinzipien und Anleitungen. Viele enthalten gute Informationen. Was man tut und was nicht. Vorschriften, Regeln, wenn Sie so wollen. Brechen Sie sie!

Brechen Sie die Regeln: Denken Sie dran, was Barbosa in Piraten der Karibik zur jungen Miss Turner sagte, als sie eine bestimmte Behandlung nach dem Verhaltens-codex der Piraten einforderte? »Nun, es ist nicht wirklich ein Codex, eher so eine Art Empfehlung.«

Ahh, ja. Schaun wir mal. Stellen Sie die Blitze dort auf, wo die Regel es vorschreibt. Und dann dort, wo Sie es wollen. Und schauen Sie mal, was Ihnen besser gefällt.

Denken Sie dran, das ist wie in der Küche. Man­chen Leuten gefallen Fotos, unter die Sie lieber nicht Ihren Namen schreiben würden. Andermal sind Sie der Meinung, ein fotografisches Meister­werk abgeliefert zu haben, und alle Welt zuckt nur mit den Schultern. Ich berufe mich gern auf einen Kollegen, der einen ziemlich bekannten Unterneh­mer für den Titel von Time fotografiert hatte. Die­ser verwegene Kapitalist galt damals als DER Hei­land und mein Freund wurde mit Glückwünschen und Anrufen zu dem Titel überhäuft. Gelobt wur­den sein fotografisches Geschick, wie Kamera und Objektiv die Magie und das Wesen dieses Messias der Industrieproduktion eingefangen hatten.

Doch dann löste sich alles auf. Ein Jahr später war der Typ ein Bösewicht, verlor alles und landete im Knast. Noch ein Titel in der Zeitschrift, dasselbe Heldenfoto. (Neue Fotos waren gerade nicht ver­fügbar.) Und mein Fotofreund erhält wieder viele Anrufe, wie toll er doch diesen Hurensohn mit Licht und Objektiv eingefangen hatte und schon das Foto die verabscheuungswürdigen, habgieri­gen und durchweg bösen Absichten offenlegte.

Manche vergleichen die Beleuchtung eines Fotos gern mit einer Seite aus einem Fußballlehrbuch des DFB: komplett mit Spielzügen, Standardsituationen etc. – eine sehr komplizierte Skizze mit vielen beweglichen Elementen. Doch egal, wie sorgfältig es auch geplant wurde, ein Fußball.

Hot_Shoe-CoverEinige sehen die Beleuchtung als mysteriöse Hieroglyphen, unbekannte Symbole, bedrohliche Matheaufgaben und so attraktiv wie ein Semester in organischer Chemie. Wieder andere empfinden Licht als magischen Moment, ein Quecksilber, das einen Tag funktio­niert, einen anderen jedoch wiederum nicht. Es flimmert auf seine eigene Art, man kann es weder berühren noch es überzeugen, ebenso wenig wie mit dem Schatten eines Lagerfeuers auf einer Zeltwand. Sie beten zum Gott der Photonen, lob­preisen ihn und hoffen, dass alles gut geht.

Doch wie sagt man so schön in der Sexual­kunde: Hoffnung ist keine Methode. Ich versuche, alles so weit wie möglich zu ver­einfachen. Für mich war Beleuchtung nie ein Spiel mit Zahlen. Zum Beispiel, wenn Sie den Hinter­grund für die Sättigung auf −1 EV programmieren und den Vordergrund blitzen … Logik und Berech­nung sagen, dass der Blitz auf +1 EV gestellt wer­den sollte. Eigentlich einfach, oder? Minus 1 für den Hintergrund gibt plus 1 für den Vordergrund.

So geht das aber nicht! Betrachten Sie einen Beleuchtungsplan als Kochrezept. Sie werfen einen Blick ins Photonen­kochbuch und sehen das Diagramm des Beleuch­tungsrasters mit Werten und Zutaten, Positionen und dem Kameraabstand, Blenden und drei Tee­löffeln Wasauchimmer in Würfeln. Blah blah blah. Okay. Na gut. Aber denken Sie dran, es ist kein Gesetzestext, sondern nur ein Ausgangspunkt.

Jedes leckere, wunderbare Fotogericht ist meist das Produkt aus technischen Grundlagen und gesundem Menschenverstand, und dann von jedem ein bisschen, ein Krümel Pfeffer, ein Spritzer Tabasco, gut umrühren, etwas Klebe­band hier und da, die Belichtung kontrollieren, etwas weichzeichnen und dann bei der richtigen Temperatur in den Ofen. Nicht zu vergessen eine gesunde Portion vom Charakter des Kochs, der durch ständiges Drängen, Betteln, Schmeicheln und Beschwatzen den Zutaten möglichst viel Ge­schmack entlockt, die alle im großen Topf zusam­mengerührt sind.

Einige grundlegende Beleuchtungszutaten muss man jedenfalls miteinander vermischen, bevor man alles zurechtzupft, abschmeckt und letztlich anrichtet.

Ein bisschen hiervon und eine Prise davon! Betrachten Sie einen Beleuchtungsplan als Kochrezept. Jedes leckere, wunderbare Fotogericht ist meist das Produkt aus technischen Grundlagen etrachten Sie einen Beleuchtungsplan als Kochrezept. Sie werfen einen Blick ins Photonenkochbuch und sehen das Diagramm des Beleuchtungsrasters mit Werten und Zutaten, Positionen und dem Kameraabstand, Blenden und drei Teelöffeln Wasauchimmer in Würfeln. Blah blah blah. Okay. Na gut. Aber denken Sie dran, es ist kein Gesetzestext, sondern nur ein Ausgangspunkt

In Joes Blog beantwortet er Fragen zum Buch, so auch diese:

“Q: Why did you stick a flash in the chicken?

Copyright Joe McNally aus "Hot Shoe Diaries"

A: Didn’t have floor stand for it, and I found a dead chicken worked pretty well. Hmmm…..does that qualify as a field tip?”

»Licht kann hart, weich, umhüllend, krass, schneidend, opulent, leuchtend, himmlisch, schmutzig, gedämpft, frech, poppig, ordinär, kontrastreich, sauber, offen sein – etwas verrückt ist das schon.«  - Joe McNally

Eine Reaktion zu “Das Blitz-Kochbuch: Joe McNallys Hot Shoe Diaries”

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    [...] – Ein Speedlight zum Leben erwecken. Blog: Lesen sie auch den Beitrag im Addison-Wesley-Blog http://blog.addison-wesley.de/…. Buch: Joe McNallys Hot Shoe Diaries, ISBN: 978-3-8273-2867-0, 320 Seiten, komplett- 4-farbig, [...]

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