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Joe McNallys Licht-Tipps: Teil 3

geschrieben am 11. Mai 2009 von Pia Kleine Wieskamp

Joe McNally ist seit über 3o Jahren als international anerkannter Fotograf u.a. für National Geographic, Sports Illustrated, den Magazinen Life , Time New York , Geo, New York Stock Exchange, Sony, General Electric, Nikon tätig.

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Er erteilt in seinem Buch “Der entscheidende Moment“ Licht-Tipps (lesen Sie auch Joe McNallys Lich-Tipps Teil1 & Teil2):
Zum jetzigen Zeitpunkt in meiner Karriere kann ich Ihnen nur empfehlen: Machen Sie das nicht als Beruf. Pfeifen Sie auf alle Stundenpläne an Ihrer Fotografieschule, die Ihnen beibringen wollen, wie Sie Ihr Zen-Zentrum finden, und studieren Sie etwas Richtiges.

(Aber wenn Sie das lesen, ist es womöglich schon zu spät.)
1. Beginnen Sie mit einem Blitz.
Mehrere Blitze gleichzeitig führen zu mehreren Problemen, die zuweilen schwer zu lösen sind. Stellen Sie einen Blitz auf. Probieren Sie, was er tut. Vielleicht reicht es schon. (Konsequent wäre natürlich, zuerst das vorhandene Licht zu prüfen. Vielleicht können Sie die Blitzgeräte ja im Auto lassen.)

2. Warm ist immer besser als kalt.
Beim Ausleuchten von Porträts haben sich kleine warme Gelfolien als hilfreich erwiesen, um das Gesicht angenehm aussehen zu lassen. Denn Menschen sehen in warmem Licht besser aus – als säßen sie mit Freunden im Kerzenschein zusammen statt in kaltem Licht
wie beim Eisangeln.

3. Sehen Sie sich vor Ort um – wo gibt es bereits etwas Licht? Woher kommt es?
Wenn Sie sich am Aufnahmeort umsehen, wenn Sie in diesen entscheidenden ersten Minuten eines Auftrags versuchen, festzustellen, wie schlimm Ihr Tag wohl werden wird, achten Sie darauf, woher das Licht kommt. Von der Decke? Durch Fenster oder Türen? Entscheide ich mich für eine natürliche Aufnahme und muss ich deshalb nur verstärken, was bereits vorhanden ist, oder muss ich die ganze Szene kontrollieren und das vorhandene Licht durch mein eigenes überstrahlen? Was verlangt mein Redakteur oder
mein Verleger? Wie viel Zeit habe ich? Ist mein Motiv geduldig genug, zu warten, bis ich zwei Stunden lang am Licht gebastelt habe, oder muss ich schnell fertig werden? (Sofort schießen Ihnen viele praktische Fragen durch den Kopf, denn diese erste Einschätzung
bestimmt auch, wohin Sie die Kamera stellen. Aufgrund der Gegebenheiten vor Ort, des Termins, der Verfügbarkeit des Motivs etc. könnte die erste Aufnahme die einzige sein, die Sie je bekommen, deshalb ist diese erste interne Überlegung so extrem wichtig.)

4. Fotografieren Sie gleich noch mal.
Überprüfen Sie sich – mitten in der Euphorie (oder der Qual) des Shootings – einmal selbst. Wenn Sie mit Tele fotografieren, versuchen Sie, sich die Szene mit Weitwinkel von der anderen Seite des Zimmers vorzustellen. Oder denken Sie über einen anderen Blickwinkel nach. Vergessen Sie nicht: Das letzte, was ein Redakteur wünscht, sind Hunderte Aufnahmen aus exakt derselben Perspektive und Position. Bewegen Sie sich. Denken Sie über das Objektiv und das Licht hinaus, das Sie gerade benutzen. Sie wissen, zwei- oder dreihundert Fotos mit demselben Objektiv, demselben Licht, demselben Winkel sind, na ja,
wie soll ich sagen? Rezidivierender Fantasieverlust?

5. Fotografieren Sie nie eine Umkleidekabine ohne Blitz. (Kleiner Scherz!)

Lesen Sie MORGEN weitere Licht-Tipps. Und falls Sie persönlich einen kostenfreien Workshop von und mit Joe McNally erleben möchte, so haben Sie auf der Nikon Solutions Expo am 15. & 16. Mai in Köln die Möglichkeit dazu.

Anmedung hier: nikon-soltutions.de

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