Joe McNallys Licht-Tipps: Teil 2
geschrieben am 8. Mai 2009 von Pia Kleine Wieskamp
Joe McNally ist seit über 3o Jahren als international anerkannter Fotograf u.a. für National Geographic, Sports Illustrated, den Magazinen Life , Time New York , Geo, the New York Stock Exchange, Sony, General Electric, Nikon tätig.
Er erteilt in seinem Buch “Der entscheidende Moment“ Licht-Tipps (lesen Sie auch Joe McNallys Lich-Tipps Teil1):
Ich hatte das Glück, als junger Fotograf meine Selbstachtung und meine Fotoversuche der rigorosen Bewertung von Bildredakteuren der alten Schule unterwerfen zu müssen, die, wenn sie selbst als Fotografen unterwegs waren, den Tag damit begannen, sich die Zigarre von gestern zwischen die Lippen zu stecken, eine Hose anzuziehen, in die notfalls auch ein Zeppelin gepasst hätte, eine 500-Volt-Säurebatterie am Gürtel zu befestigen und fortan an der üppigen Hüfte herumzutragen. Ausgerüstet mit einem Blitzgerät, das aussieht wie eine Flotte Lotte, und einer Kamera (der Ring für die Blende war vermutlich bei f/8 festgeklebt) waren sie gerüstet, drinnen und draußen. Sie machten Blitzfotos.
Was wir heute als Aufhellblitz bezeichnen, nannten sie »Synchro-Sun«. Wie bei einem Schirm an einem Regentag oder bei Autoschlüsseln wären sie nie auf die Idee gekommen, das Haus ohne Blitzgerät zu verlassen.
Sie brachten diese Ethik auch mit, wenn sie als Redakteure Bilder bewerteten und auswählten. Während der Yankees-KC Baseball-Playoffs 1978 kam ich mit einer Aufnahme in die improvisierte UPI-Dunkelkammer im Yankee Stadium, einer genialen ISO1600-Aufnahme, nur mit Umgebungslicht fotografiert: einer der unterlegenen Royals-Spieler war an einer Wand zusammengesackt, umgeben von zurückgelassenen Trikots.
Larry DeSantis, Nachrichten-Fotoredakteur, schaute weiter durch seine Agfa-Lupe, während er meinen Film durchsah. Dann schnaufte er: »Nettes Bild, Junge. Fotografiere nie eine Garderobe ohne Blitz. Dieser Tipp kostet nichts.«
Diesem Rat sollte bedingungslos Folge geleistet werden, aber ich habe lange genug im Geschäft überlebt, um zu wissen, dass es wirklich »bedingungslos« in dieser Branche nicht gibt.
Die besten Bilder entstehen manchmal nur, weil eine Regel gebrochen oder weil falsch belichtet wurde.
Aber was Larry ansprach – abgesehen von seiner Kein-Schnickschnack-, An-die-Arbeit-Einstellung – war das Licht. Was immer bei uns bleibt, ist das Licht. Es ist der Stab des Dirigenten. Wir sehen es, folgen ihm, reagieren darauf und wollen ihm jede Nuance von Substanz, Bedeutung und Gefühl entlocken. Es führt uns und wir fotografieren und bewegen uns in seinem Takt.
Ich könnte mich jetzt darüber auslassen, wie ich in einem Moment fotografischer Erleuchtung die Magie von Blitzlicht entdeckt und mich ihr anvertraut habe. Das wäre aber gelogen.
Jede Professionalität und Erfahrung im Umgang mit Licht ist das Ergebnis harter Arbeit, wiederholten Scheiterns, eigener Neugier und des Drangs zu überleben.
Ich begriff bereits sehr früh in meiner Karriere, dass ich nicht mit der nötigen Brillanz geschlagen war, um meinen Kunden vorschreiben zu können, dass ich nur mit einer Leica und Schwarzweißfilm arbeiten würde. Mein Schicksal war das eines normalen Auftragsfotografen, und als solcher wurde ich schnell ein Anhänger der Schule des verfügbaren Lichts, also alles “&*%%@^ Licht, das gerade da ist”.
Licht ist einfach Licht, keine Magie, und es ist sehr real, deshalb müssen wir es einsetzen, anpassen und zu unserem Vorteil zurechtbiegen. Bei meinen Licht-Workshops erzähle ich den Teilnehmern, dass Licht wie ein Basketball ist. »Es springt vom Boden ab, trifft die Wand und kommt zu Ihnen zurück. Das ist ganz einfach.«
Bei dieser simplen Natur des Lichts biete ich einige ähnlich einfache Tipps an, wie Sie Licht für Ihre Fotos effizient einsetzen. Denken Sie aber daran, dass diese Regeln, was Sie tun und lassen sollten, da sind, um gebrochen zu werden.
Nicht vergessen:
Bisher im deutschsprachigen Raum noch nie dagewesen!
Besuchen Sie die spannenden und kostenlosen Workshops des weltbekannten Nikon-Fotografen Joe McNally am 15. & 16. Mai auf der Nikon Solutions Expo in Köln:
- Speed of Light – Liveshooting mit Joe McNally von 11.15 bis 12.45 Uhr
- sowie The story of Joe McNally von 17:30 bis 18:45 Uhr.
Zusätzlich signiert Joe McNally an beiden Veranstaltungstagen von 12:45 bis 13:15 Uhr am Pearson-Stand 420 seine Bücher.

Am 12. Mai 2009 um 16:28 Uhr
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