pia Der neue Kofler ist da! – Interview mit Michael Kofler

geschrieben am 29. August 2007 von Pia Kleine Wieskamp

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The KOFLER-LINUX way to do it!

Hat Sie die Linux-Welle inzwischen auch erreicht? Laut linux.de wird das Betriebssystem mittlerweile von mehr als zehn Millionen Anwendern weltweit erfolgreich eingesetzt.

Linux zählt mit Microsoft Windows und Apple Mac OS X zu den drei populärsten und wichtigsten Betriebssystemen für PCs. Das alte Vorurteil, Linux sei kompliziert zu bedienen, ist mittlerweile überholt. Keine Frage, Linux ist anders zu bedienen als Windows, aber die Umstiegshürde ist nicht größer als beispielsweise beim Wechsel von Windows XP auf Windows Vista. Gleichzeitig sind die meisten Linux-Distributionen kostenlos und erwiesenermaßen sicherer als Windows. Probleme mit Viren und Trojanern werden Sie unter Linux keine haben.
Mein Anliegen ist, Ihnen die Grundlagen von Linux zu erklären und Ihnen ein wenig die Philosophie von Unix/Linux nahe zu bringen – gewissermaßen‚ ‘the Linux way to do it’. Ich selbst bin nun schon seit rund 15 Jahren Linux-Anwender – und habe es nie bereut. Lassen Sie sich von meiner Begeisterung für Linux anstecken
!“ – so Linux-Guru Michael Kofler.

Interview

AW: Michael, diese Woche erscheint die 8. Auflage deines Linux-Buches. Was ist neu an dieser Neuauflage und was hat sich geändert bzw. was ist hinzugekommen?

Michael Kofler: Auf den ersten Blick zu sehen ist ein neues Layout, größeres Papierformat und der Zwei-Farbendruck. Daher ist das Linux-Buch nun noch übersichtlicher, lesefreundlicher und bietet gleichzeitig noch mehr Text bei beinahe gleicher Seitenzahl. Die Abbildung vermittelt einen ersten Eindruck.

Die inhaltlichen Highlights der Neuauflage sind:

  • 3D-Desktop mit Compiz/Beryl
  • mehr Sicherheit mit SELinux und AppArmor
  • Virtualisierung mit KVM, Virtual Box, VMware, Xen
  • durchgängige Berücksichtigung von Debian + Ubuntu
  • und (auf mehrfachen Leserwunsch) eine wesentlich verbesserte Kommandoübersicht am Ende des Buchs (die Top 27 hieraus liegen dem Buch außerdem als großes Poster bei).

Zudem:

  • eigenes Kapitel zum Editor vi/vim
  • Desktop-Suche mit Beagle + Tracker
  • Umgang mit DVD-RAMs, Packet Writing
  • TV-Empfang mit DVB-T
  • Umgang mit SATA/libata
  • NTFS-Partitionen schreiben mit NTFS-3g
  • WLAN-Konfiguration mit dem NetworkManager
  • DHCP- und Name-Server mit dnsmasq.

AW: Grundsätzlich – was ist neu bei dem Betriebssystem?

Michael Kofler: Einfach gesagt – 1000 Details, z.B.:

  • wesentlich einfachere Bedienung der Grundfunktionen
  • einfachere Integration in ein WLAN-Netz
  • neue Sicherheitsverfahren für noch mehr Sicherheit im Server-Betrieb
  • moderneres Aussehen der Benutzeroberfläche durch 3D-Effekte
  • bessere Unterstützung für alle möglichen Hardware-Komponenten (Drucker,
  • Grafikkarten, Notebooks, WLAN etc.)

Ein ganz heißes Thema ist die Virtualisierung, also die Ausführung von Linux (oder eines anderen Betriebssystems) nicht auf einem realen Rechner, sondern in einem virtuellen System, das durch Linux-Software gebildet wird. Dazu kann wie unter Windows VMware eingesetzt werden.

Unter Linux gibt es darüber hinaus unzählige interessante Alternativen, z.B. Virtual Box, Xen und KVM. Das Buch enthält zwei neue Kapitel, die die wichtigsten Virtualisierungsprogramme unter Linux beschreiben.

AW: Das Buch enthält 2 DVDs mit Fedora 7 und Ubuntu 7.04 “Feisty Fawn”.

Michael Kofler: Ja, es gibt mehrere 100 Distributionen, die als gemeinsamen Nenner den Linux-Kernel haben, sich aber in allen möglichen Details unterscheiden, etwa

  • wieviel Software wird mitgeliefert
  • wie gut ist die Anpassung (Lokalisierung) an verschiedene Sprachen
  • wie zuverlässig und über welchen Zeitraum werden Updates zur Verfügung gestellt
  • Preis
  • mitgelieferte/verfügbare Dokumentation
  • Größe der Benutzergemeinde (je größer, desto eher erhält man bei Problemen Hilfe)

Der interessanteste Newcomer der letzten Jahre ist Ubuntu – dazu habe ich ja schon mehrere Bücher geschrieben; Ubuntu wird jetzt auch in diesem Buch voll berücksichtigt.

Auf dem aufsteigenden Ast ist meiner Ansicht nach auch die von Red Hat abgeleitete Distribution Fedora, die immer wieder als erste Distribution Linux-Neuerungen einführt und damit für alle Linux-Freaks interessant ist.

Generell kann ich nicht auf alle Distributionen eingehen; das würde auch keinen Sinn geben, weil viele Distributionen (in D) kaum verbreitet sind; stattdessen beschränke ich mich auf die populärsten bzw. kommerziell wichtigsten Distributionen: Debian, Fedora, Knoppix, Red Hat, SUSE und Ubuntu.

AW: Michael, ist Linux wirklich sicher?

Michael Kofler: Linux ist als Desktop-System definitiv sicher für den Anwender; es gibt bis heute für Linux keine Viren, Trojaner oder ähnlich unangenehme Genossen. Das Grundkonzept der Zugriffsrechte ist einfacher und besser als bei Windows gelöst. Im Server-Betrieb gibt es allerdings auch unter Linux bisweilen Sicherheitsprobleme; die beste Sicherheitsstrategie lautet hier: regelmäßig Updates durchführen (das ist nicht schwierig und kann sogar vollständig automatisiert werden)!

AW: Michael, in Zusammenhang mit Linux sind immer mehr die Stichworte Multimedia, Bildbearbeitung und Co. zu lesen – was ist hier das Besondere? Worauf sollte der User achten?

Michael Kofler: Bildverarbeitung mit Linux funktioniert gut. Das kostenlose Programm Gimp bietet ähnliche Funktionen wie Adobe Photoshop. Daneben existieren zahlreiche Programme zur Verwaltung von Foto-Archiven, zum Import von Bildern von einer Digitalkamera etc.

Multimedia ist ein weitläufiger Begriff. Wer mit Linux MP3-Dateien anhören will, wird nur auf geringe Probleme stoßen. Aber bereits das Ansehen einer DVD scheitert an Patent- und Lizenz-Problemen.

Oder anders formuliert: Die erforderlichen Programme existieren, aufgrund des deutschen Urheberrechtsgesetzes ist es aber nicht erlaubt, sie zu beschreiben.

In der Regel scheitert die Verwendung kopiergeschützten Medien unter Linux.

AW: Michael, herzlichen Dank für das Interview.

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Linux – Installation, Konfiguration, Anwendung, 8. erweiterte Neuauflage

2 DVDs: Fedora 7, Ubuntu 7.04 “Feisty Fawn”.
1344 Seiten, 2-farbig, Hardcover, 2 DVDs, € 59,95 [D]. ISBN: 978-3-8273-2478-8. EXTRA: großes Kommando-Poster.

Michael Kofler hat bereits einigen Generationen von Linux-Anwendern den Einstieg in das Open Source-Betriebssystem geebnet. Sein “Linux”-Buch gilt in der deutschsprachigen Linux-Gemeinde als Standardwerk, seine Titel zu PHP 5 und MySQL zählen hierzulande zu den meistgelesenen Open Source-Büchern. Einige seiner Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

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2 Reaktionen zu “Der neue Kofler ist da! – Interview mit Michael Kofler”

  1. University Update - Yahoo - Der neue Kofler ist da! - Interview mit Michael Kofler

    [...] Der neue Kofler ist da! – Interview mit Michael Kofler » This Summary is from an article posted at Addison-Wesley-Blog on Wednesday, August 29, 2007 [...]

  2. Phil

    Ich hatte in der Uni öfters unter Unix gearbeitet und kam mit KDE und anderen Oberflächen nicht so zu Recht. Ich nutze nun OS X und damit viel mir der Umstieg viel einfacher. Solange man von sich Windows trennt, soll jedes OS recht sein

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