Steve Bloom: Im Einklang mit der Natur
geschrieben am 8. April 2009 von Pia Kleine Wieskamp
Steve Bloom, ein in Südafrika geborener Naturforscher, hat viele Fotopreise gewonnen, nicht zuletzt wegen seiner einzigartigen Einstellung zur Natur und seiner großartigen Bilder. Steves bewegende Bilder sind in der ganzen Welt auf Postern, in Kalendern, in der Werbung und in Zeitschriften zu sehen – und an vielen anderen professionellen Schauplätzen – besonders in einer weltbekannten Fotoagentur und Galerie, die seine Bilder repräsentiert. Er benutzte erstmals in den 1970er-Jahren eine Kamera, um das Leben in Südafrika zu dokumentieren. 1977 zog es ihn nach England, wo er im Grafik-Design-Bereich arbeitete. In den frühen 1990er-Jahren begann er sich dann während eines Besuchs in Südafrika für die Naturfotografie zu interessieren. In kürzester Zeit gab er eine sichere Karriere zugunsten einer unsicheren Existenz als Wildlife-Fotograf auf.
Steves Sorge um die Umwelt ist in seinen Bildern stark präsent. „Mit der Fotografie bemühe ich mich, in anderen das Gefühl vom Einklang mit der Natur zu erzeugen. Es ist für mich eine stete Herausforderung, das Leben in all seinen Facetten zu porträtieren und Bilder zu schaffen, die das zeigen, was für Lebewesen auf dieser Welt tatsächlich wichtig ist.”
Interview-Auszug
Andy Steel: Was war Ihre erste Kamera überhaupt?
Steve Bloom: Die Kodak Brownie, eine einfache Box mit zwei Suchern – einer für das Quer- und der andere für das Hochformat. Farbfilm war damals kaum zu bekommen und viel zu teuer, aber mich faszinierten die kleinen Schwarzweißbilder, die ich mit dieser Kamera machen konnte.
AS: Wie kommen Sie auf die Ideen für so innovative Bilder?
SB: Manchmal sind es göttliche Eingebungen, und dann wiederum sind die Ideen aber auch beeinflusst von dem, was ich sehe – vielleicht durch eine Fernsehdokumentation über eine bestimmte Gegend. Bei einigen Bildern verfolge ich eine bestimmte Idee und hoffe, das auch zu finden, aber es gibt auch immer wieder Überraschungen – plötzlich präsentiert sich das Bild und mit einem kräftigen Adrenalinstoß versuche ich das einzufangen, was ich auf diese Weise gefunden habe.
AS: Warum haben Sie sich nicht mit anderen Fotothemen beschäftigt, wie beispielsweise Mode oder Studio?
SB: Ich fühle mich zur lebenden Welt hingezogen, also Wildlife, Menschen und Kulturen. Aber ich bin auch immer offen für Veränderungen – ich möchte mich nicht auf eine bestimmte Richtung festlegen. Die Modefotografie hat mit demVerkauf von Produkten zu tun und zur Zeit möchte ich mich lieber auf das Bild konzentrieren und meine Arbeit nicht an ein Produkt koppeln. Was ich besonders reizvoll finde, ist das Wechselspiel zwischen der Natur und mir, dabei zu sein, wie Dinge sich ereignen, die sich meiner Kontrolle entziehen.
AS: Kann man also wie bei vielen erfolgreichen Fotografen sagen, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt einen „glücklichen Zufall“ gab?
SB: Ja. Ich kam genau zur richtigen Zeit zur Wildlife-Fotografie. Bildagenturen produzierten die ersten Stock-Kataloge und wenn ein Fotograf darin aufgenommen wurde, hatte er ein durchaus erträgliches Einkommen. Ich konnte also das Risiko eines Full-Time-Fotografen eingehen. Heute haben es Anfänger viel schwerer nach oben zu kommen. Die Fotografie ist ein sich schnell veränderndes Medium und es ist deshalb extrem wichtig, mit diesenVeränderungen Schritt zu halten.
AS: Welche Bilder sind besonders schwierig aufzunehmen?
SB: Tiere im Zoo – ihr Blick ist langweilig und frustriert. Und natürlich Plätze, an denen zwar Tiere sein sollten, was aber dann nicht der Fall ist. Das kann äußerst enttäuschend sein.
Erfolgstipp
Mit dem Herzen fotografieren: Sie müssen die Technik im Traum beherrschen, so dass die Kamera zu einer unterbewussten Erweiterung Ihrer Gefühlswelt wird. Gehen Sie mit Kamera und Objekt so wie mit einem Musikinstrument um und achten Sie stets auf die visuelle Harmonie.
Das komplette Interview mit Steve Bloom sowie weitere Inteviews mit erfolgreichen Fotografen, wertvolle Praxistipps, Workshops und vieles mehr finden Sie in dem Buch “REISE & NATUR FOTOGRAFIE - Mit Top-Fotografen im Gespräch.

Am 9. April 2009 um 15:00 Uhr
[...] Heather Angel, Sue Bishop, Steve Bloom (lesen Sie dazu einen Auszug aus dem Interview auf http://blog.addison-wesley.de/…), Chris Calicott, Martin Child, David Doubilet, Lee Frost, Sally Gall, Michael Kenna und Gerhard [...]