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Interview mit dem Photoshop Convention-Initiator Michael Baumgardt

geschrieben am 12. Juli 2007 von Pia Kleine Wieskamp

michaelbaumgardt_mib.JPGAW: Herr Baumgardt, Sie haben die Photoshop Convention zusammen mit Herrn Blach von Macromedia, Akademie der Medien, ins Leben gerufen. Was waren Ihre Beweggründe und welche Ziele haben Sie sich gesetzt?
Michael Baumgardt: Es gibt in Amerika eine sehr große und populäre Photoshop-Veranstaltung, auf der ich selbst schon mehrfach Vorträge gehalten habe. Hier kommen die besten Photoshop-Experten der Welt zusammen, um Tipps und Techniken zu präsentieren. Vor Jahren hatte ich daher schon erwogen, diese Veranstaltung nach Deutschland zu bringen. Als ich im Oktober letzten Jahres dann wieder nach München gezogen bin, habe ich Thorsten Blach kontaktiert. Er war sofort von der Idee begeistert, da dieses Konzept eine ideale Ergänzung zu den Trainingsprogrammen von Macromedia bietet. Unser Ziel ist es, mit der Photoshop Convention ein Veranstaltung zu etablieren, die den Photoshop-Profis die Möglichkeit gibt sich weiterzubilden.

AW: Also spricht die Photoshop Convention nur Profis an?
Michael Baumgardt: Nnein, wir definieren die Zielgruppe natürlich etwas breiter – die Photoshop Convention ist für Profis und solche, die es werden wollen. De facto kann jeder, der gute Basiskenntnisse in Photoshop besitzt, von der Photoshop Convention profitieren, da wir grundlegende Themen – wie Retuschieren, Montage oder Farbkorrekturen – behandeln. Wir haben aber auch spezielle Themen im Programm, wie beispielsweise die Steuerung von Photoshop und Aktionen über JavaScript. Wir werden auch explizit auf Photoshop Extended eingehen, welches eigentlich für Architekten oder Mediziner gedacht, aber auch für Digitalfotografen interessant ist. Unsere Zielgruppe sind also wirklich Leute, die ihren Lebensunterhalt mit Photoshop verdienen.

AW: Welche internationalen Photoshop-Größen dürfen wir bei der Photoshop Convention erwarten?
Michael Baumgardt: Wir werden Jack Davis, den Autor des Standardwerks, „Photoshop-Wow“, dabei haben. Jack ist einer der weltbesten Photoshop-Experten. Wir kennen uns von verschiedenen Photoshop-Veranstaltungen, bei denen wir beide Sprecher waren. Er ist ein exzellenter Redner, der ein großartiges Talent hat, sein Wissen zu vermitteln. Dies ist das erste Mal, dass Jack in Deutschland ist. Ich kann daher nur jedem empfehlen, sich diese Chance nicht entgehen zu lassen. Neben Jack Davis kommt auch Julieanne Kost aus den USA, die Evangelistin bei Adobe ist. Sie ist nicht nur kompetent, sondern auch sehr unterhaltsam. Die Photoshop Convention wird also keine trockene Expertenrunde, denn Lernen soll vor allem Spaß machen.

AW: Kommen die übrigen Sprecher alle aus Deutschland?
Michael Baumgardt: Fast, wir haben versucht, für fünf verschiedene Themenbereiche jeweils die Meister ihres Faches zu finden. Aus Deutschland haben wir Doc Baumann, der wohl jedem Photoshop-Anwender ein Begriff ist. Er ist eine Institution in Deutschland und wir sind wirklich glücklich, dass er bei der ersten Convention dabei ist. Die Zeitschrift Docma, die von Doc Baumann als Chefredakteur und Herausgeber veröffentlicht wird, ist zudem einer unserer Medienpartner. Von der Docma her bekannt ist auch Christoph Künne. Die anderen Sprecher gehören ebenfalls zum Who-is-Who in der deutschsprachigen Photoshop-Szene. Gerhard Koren kommt beispielsweise aus Österreich.

AW: Wo liegen die Unterschiede zum amerikanischen Format, welche Gemeinsamkeiten gibt es?
Michael Baumgardt: Die amerikanische Photoshop-Veranstaltung besteht aus Vorträgen, die sich die Besucher selber zusammenstellen. Ähnlich wie in den USA werden wir eine Auftaktveranstaltung haben. Diese wird aber vom amerikanischen Format abweichen, da wir hier nicht nur Unterhaltung, sondern auch Wissen vermitteln wollen. Und anders als bei der amerikanischen Veranstaltung müssen Teilnehmer nicht die vollen zweieinhalb Tage komplett buchen; auch Einzeltage und sogar Einzelseminare können gebucht werden. Die Hands-on-Seminare sind wohl der größte Unterschied zum amerikanischen Pendant. Wer will, kann sich am letzten Tag unserer Veranstaltung beispielsweise von Jack Davis direkt am Computer coachen lassen. Jack ist ein Experte für digitale Fotografie; wer ganz spezielle Fragen hat, kann sich bei ihm ein paar individuelle Kniffe und Tipps abholen.

AW: Es gibt ja von Adobe auch diverse Veranstaltungen, wie beispielsweise die Adobe Live! Inwieweit unterscheidet sich die Photoshop Convention hiervon?
Michael Baumgardt: Adobe Live! konzentriert sich überwiegend auf die Vorstellung neuer Programme bzw. Funktionen. Bei der Photoshop Convention gehen wir auf praxisübliche Arbeitstechniken ein. Unser Fokus liegt also nicht nur auf den neuen Funktionen, viele Seminarinhalte lassen sich auch mit Photoshop CS2 oder CS1 umsetzen. Verglichen mit der Adobe Live hat die Photoshop Convention 4mal so viele Photoshop-spezifischen Vorträge. Wir bieten in zwei Tagen über 40 Stunden Photoshop pur, wobei die einzelnen Vorträge wesentlich mehr in die Tiefe gehen.

Ein wesentlicher Unterschied ist, dass unsere Dozenten auch Probleme der Software offen ansprechen und Work-Arounds zeigen. Es geht letztendlich darum, Profis eine Möglichkeit zu geben, sich kontinuierlich weiterzubilden, denn die wenigsten haben Zeit, dies nach Feierabend selber zu tun.

AW: Ist dies auch einer der Gründe, warum Adobe die Photoshop Convention unterstützt?
Michael Baumgardt: Ganz ohne Zweifel. Für Adobe hat das Thema Support schon immer höchste Priorität. Die Adobe Live! Veranstaltung bietet vor allem eine Unterstützung für die Anwender. Mit der Photoshop Convention geht Adobe noch ein Stück weiter.

AW: Sie werden ja ebenfalls als Sprecher auf der Photoshop Convention Vorträge halten. Was sind Ihre Themen und Gebiete?
Michael Baumgardt: Ich verwende Photoshop natürlich in vielen Bereichen, aber mein Spezialgebiet ist „Webdesign mit Photoshop“ und hier vor allem Bildoptimierung und der Workflow von Photoshop zu den HTML-Autorenprogrammen. Diese Schwerpunkte werde ich auch in meinen Vorträgen behandeln. Hier gibt es wirklich sehr viele Dinge, die man wissen muss, um auf effizientestem Wege das beste Ergebnis zu erzielen. Außerdem hat sich mit CS3 natürlich einiges geändert im Arbeitsfluss, viele Webdesigner müssen sich umstellen. Es gibt zudem unglaublich viele Fehlinformationen im Web und in Fachmagazinen, die ich gerne mal richtig stellen will. Wer sich also für Webdesign interessiert, dem wird in meinen Seminaren eine Fülle von KnowHow vermittelt zur Arbeit mit Photoshop, Fireworks und Dreamweaver.

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