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Social Media-Expertenrunde: Gespräch mit Karla Paul von LovelyBooks

geschrieben am 31. Mai 2011 von Pia Kleine Wieskamp

In dieser Interviewreihe “Social Media-Expertenrunde” spreche ich mit Social Media-Praktikern sowie -Influencern über ihre Erfahrungen, Praxistipps, Meinungen und Visionen. Heute wird die Runde mit Karla Paul  (http://twitter.com/#!/buchkolumne fortgesetzt.

Karla PaulKarla Paul stellt sich kurz vor: Süchtig nach Büchern und dem Austausch darüber, am liebsten per Social Media, d.h. unterwegs immer mit einer Hand am iPhone und mit dem Kopf zwischen den Seiten. Redaktionsleitung und Betreuung von Kooperationen bei LovelyBooks.de, Bloggerin unter http://blog.lovelybooks.de/ sowie http://www.buchkolumne.de

Interview:

AW: Karla, man bezeichnet Sie als Social-Media-Expertin – würden Sie sich selbst auch so bezeichnen?

KP: Das ist ein großes Kompliment, so weit würde ich aber nicht gehen. Ich verwende die Möglichkeiten von Social Media seit vielen Jahren im privaten und beruflichen Bereich und konnte daher schon viel lernen und gebe dies dann auch gerne sehr gerne bei Vorträgen oder in Autoren- oder Verlagssprechstunden weiter.

AW: Was verstehen Sie unter dem Oberbegriff “Social Media”?

KP: Social Media ist für mich die Möglichkeit des Austausches mit anderen Nutzern durch die verschiedensten Onlinemedien – sei dies nun auf Blogs, durch Microbloggingdienste wie Twitter oder auch auf Facebook oder eben auch bei uns im LovelyBooks Stream.

Wir haben dadurch die Möglichkeit alles, was uns bewegt, mit anderen Menschen auf vielfältige Art und Weise zu teilen und damit auch zu diskutieren und zu verändern.

AW: Social Media und die Buchbranche – wiederspricht sich das nicht?

KP: Ich wüsste nicht weshalb – gerade in diesem Bereich sind die Menschen doch meist sehr kommunikativ (als positive Beispiele seien hier z.B. Stefanie Leo von Buecherkinder.de oder Wibke Ladwig von SinnundVerstand.de genannt) und das ist eine gute Voraussetzung für Social Media. Außerdem hat die Buchbranche ja das, was leider vielen anderen fehlt, die sich im Netz herumtreiben: Inhalte!

Diese müssen jetzt nur noch sinnvoll geteilt und gefördert werden. Dies kann für jeden Verlag und für jedes Buch oder Genre anders aussehen, z.B. hatten wir eine große Blogaktion mit einem Kochbuch von Jamie Oliver, lassen uns von Lesern Buchtipps über Facebook geben und veranstalten Livestreamlesungen und bisher gehen uns die Ideen in diesem Bereich nicht aus und eigentlich fängt alles mit den Möglichkeiten von Social Reading ja erst richtig an!

AW: Haben Sie bzw. Ihre Firma ein Motto?

KP: Ein richtiges Motto haben wir nicht. Es würde vielleicht lauten “Von Lesern für Leser”, allerdings sind ja auch Autoren, Verlage und inzwischen Buchhandlungen bei uns aktiv und damit artet dieser Satz dann etwas aus. Intern haben wir den Spruch “Alles fürs Projekt!”, weil wir oft noch nächtelang zusammen Ideen ausarbeiten oder E-Mails hin- und herschicken und uns die Leidenschaft meist ein bisschen übereifrig werden lässt!

AW: Sie nutzen in Ihrer Firma Social Media- Tools; erzählen Sie davon.

KP: Natürlich nutzen wir bereits seit vielen Jahren Facebook, Twitter, YouTube und StudiVZ sowie Xing für den Kontakt mit Lesern, Autoren und Verlagen. Im letzten Jahr haben wir dann aber mit der “Buchfrage” ein eigenes Social Media Tool auf den Markt gebracht.

Durch ein Widget kann jeder interessierte Leser eine Frage stellen, entweder an andere Leser, oder aber auch an einen Autor (der dann per Email benachrichtigt wird) oder an den Verlag oder an wen auch immer aus dem Literaturbetrieb. Diese Frage wird dann auf über 200 Websites gestreut und dort kann sie wiederum von jedem beantwortet werden.

Buchfrage Widget von Lovelybooks.de

Dieses Widget ist außerdem in unserer App eingebaut sowie in eBooks. Gestartet hatten wir dieses Projekt mit Sascha Lobo, dem man aus dem eBook von “Strohfeuer” heraus Fragen stellen konnte und er diese dann über seine Website beantwortete. Somit versuchen wir den Leser dort zu erreichen, wo er sich gerade befindet und warten nicht darauf, dass er unsere Seite durch Zufall entdeckt.

AW: Welche Tools nutzen Sie und worin sehen Sie die Zukunft?

KP: Wir verwenden, wie bereits oben genannt, Facebook, Twitter, YouTube, Flickr, StudiVZ sowie von unseren eigenen Tools die Buchfrage und den Stream.

Normalerweise streuen wir all unsere Inhalte dann über jedes Tool. Ich betreue persönlich den Bereich Twitter und Facebook und halte diese beiden Möglichkeiten aktuell auch für sehr zukunftsträchtig. Die Internetgeschichte hat uns ja aber gelehrt, dass Veränderungen in diesem Bereich sehr schnell kommen können, meine Aussage kann also in einem Jahr schon veraltet sein und wir unterhalten uns mit unseren Lesern längst woanders!

AW: Viele Leute haben ein Aha-Erlebnis im Social Web – gab es das bei Ihnen auch?

KP: Eigentlich kam mein Einsatz im Netz ja eher schleichend. Gänsehaut bekam ich aber, als ich das eBook “Strohfeuer” von Sascha Lobo gelesen habe und ihm eine Frage aus dem eBook heraus stellte. Ich las weiter und innerhalb von wenigen Minuten hatte ich auf einmal eine Antwort von Sascha. Ich lese da a also ein Buch und kann mich währenddessen mit dem Autor darüber austauschen, das war eine gerade unheimliche Erfahrung.

AW: Karla, was ist Ihr Ziel beim Einsatz von Social Media und wie hat es Ihr Leben und Ihren Job beeinflusst?

KP: Da muss ich ganz klar zwischen privat und beruflich trennen. Privat möchte ich mich austauschen, neue Inhalte erfahren, mit Freunden plaudern und mein Netzwerk erweitern. Beruflich wollen wir von LovelyBooks mit Social Media den Leser dort erreichen, wo er sich gerade befindet, unabhängig von den Plattformen. Außerdem stehen wir unseren Mitgliedern und auch den Verlagen und Autoren natürlich auch dort überall für Serviceanfragen zur Verfügung und versuchen unsere Inhalte zu vermitteln. Wir spüren dank Google Alerts auch Lob und Kritik auf Blogs etc. auf und gehen darauf ein. In wenigen Worten: Verbreitung, Vermittlung, Verbesserung

AW: Was sind denn Ihre wichtigsten Erfolgsfaktoren im Social Web?

KP: Wir messen natürlich täglich Zahlen, die für uns sehr wichtig sind: registrierte Mitglieder, Unique Visitors, Beteiligung an den Aktionen, Fans bei Facebook sowie Follower bei Twitter, den Google-Traffic und welche Angebote von den Lesern besonders gut angenommen werden.

Außerdem sind neben diesen harten Faktoren aber natürlich auch andere Dinge für uns wichtig: können wir den Lesern ein gutes Angebot liefern? Wie ist die Kommunikation mit unserer Community und mit den Autoren? Sind die Autoren und Verlage mit unserem Service zufrieden?

Wenn wir am Ende des Tages die Leser, die Autoren, Verlage und Buchhandlungen zufrieden gestellt haben und wir sehen, dass unser Angebot sich weiter steigend rumspricht, dann bedeutet das für uns Erfolg.

AW: Karla, welche Tipps geben Sie Unternehmen im Umgang mit Social Media?

KP: In den letzten Jahren hat sich viel getan und mit einfachem Ausprobieren und “Schau mer mal”, wie man hier in Bayern sagt, ist es nicht mehr getan.

Wir empfehlen, dass die Unternehmen ihre Social Media Aktivitäten von Anfang an monitoren und sich genau fragen, was sie damit eigentlich erreichen wollen. Danach richtet sich ja auch, wer im Unternehmen dafür verantwortlich sein soll. Welches Bild soll die Öffentlichkeit vom Unternehmen/Verlag haben und wie kann das erreicht werden? Wir nutzen – je nachdem – verschiedene Monitoringtools: Google Analytics, bei Facebook die Statistiken als auch über Analytics, Links mit Bitly, Twitter mit Twapperkeeper…
Allerdings bedarf es natürlich bei neuen Möglichkeiten auch weiterhin ein bisschen Mut und natürlich die Liebe zur Spielerei. Was leider bei uns vorhanden ist und wir oft zu lang noch im eigenen Stream versinken…. :-)

AW: Zukunftsmusik: Wohin entwickelt sich Ihrer Meinung nach das Internet?

KP: Das ist schwer. Sicherlich hat sich Facebook in den letzten Monaten weiter zum Konkurrenten für Google entwickelt, ansonsten ist das für mich schwer vorherzusehen. Jedes Medium bietet ja Vor- als auch Nachteile, z.B. speichern Facebook und Twitter die persönlichen Daten – dafür gehen viele Inhalte nach wenigen Tagen verloren, d.h. man investiert viel Zeit auch fast “umsonst”. Das Internet wird immer mobiler werden und unser alltäglicher Gefährte, für mich ist es schon zu einer Nebenwelt geworden. Aber ich bin sehr gespannt, was die nächsten Monate und Jahre für uns bereithalten und welche Möglichkeiten das Netz gerade für den Buchmarkt noch bereithält!

AW: Treffen Sie Ihre Social Media Kontakte auch im realen Leben?

KP: Aber klar, das vermischt sich inzwischen sehr. Ich treffe Onliner im Offline-Leben (wenn dann auch meist mit iPhone in der Hand) und Offliner dann auf einmal bei Facebook wieder. Mit Social Media lässt sich hervorragend netzwerken und z.B. treffe ich dadurch auch regelmäßig Leser von LovelyBooks bei Lesungen oder Mitgliedertreffen und mit vielen bin ich auch schon richtig und “privat” befreundet, das möchte ich nicht missen!

AW: Danke für das Gespräch.

KP: Vielen Dank für den netten Austausch!

Hinweis! Ab Mittwoch den 1.Juni bis zum 22.Juni 2011 startet auf lovleybooks.de ein Fotowettbewerb unseres Schwesterverlags Markt+Technik. Infos gibt es unter:  http://www.lovelybooks.de/aktion/Fotowettbewerb/

Eine Reaktion zu “Social Media-Expertenrunde: Gespräch mit Karla Paul von LovelyBooks”

  1. Markt+Technik-Blog » Blog Archive » Dein Meisterwerk: Kreativer Fotowettbewerb mit LovelyBooks

    [...] Wenn ihr mehr über LovelyBooks wissen wollt, dann haben wir auch ein Interview mit Karla Paul von LovelyBooks: http://blog.addison-wesley.de/archives/1341 [...]

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