Es ist soweit! Fotolia führt ihr Erfolgsprojekt TEN mit einer neuen Staffel fort. Die neue TEN Collection (Link zur Fanpage) verspricht noch größeren und vielfältiger zu werden und startet HEUTE.
Artist No 1: Gustavo Brigante
Den Auftakt der 2. Staffel macht der argentinische Grafikdesigner und Illustrator Gustavo Brigante. Ihr könnt nun einen Blick auf seine Kreation “Let’s Work” erhaschen sowie ein Gespür für die Kultur seines Heimatlandes und seine Person gewinnen!
Seine kreativen Techniken und Tricks verrät er in diesem Interview!
Let’s Work
Gustavo Brigante über sich und seine Heimat:
Hallo, mein Name ist Gustavo Brigante und ich bin Graphic Artist und Designer aus Buenos Aires, Argentinien.
Was ich an meiner Stadt am meisten liebe, sind die vielen spannenden Orte, die man hier besuchen kann. Wann immer ich die Möglichkeit habe (oder wann immer ich kann/ wann immer ich Zeit habe) fahre ich kreuz und quer durch die Region und entdecke neue Orte, die mich immer wieder in Erstaunen versetzen: von Bergen über Gletscher bis hin zu Wüsten, Stränden und Tälern. Dies ist ein wirklich wunderbarer Teil der Erde.
Lateinamerika hat eine umfassende und vielfältige zeitgenössische Kultur. Zu Beginn meiner Arbeit haben mich überwiegend ihre modernen Ausprägungen beeinflusst, doch mittlerweile finde ich große Inspiration auf jeder künstlerischer Ebene der enorm reichhaltigen einheimischen Kultur Lateinamerikas.
Ich glaube, wenn es ein Wort gibt, das mich am besten beschreibt, so ist das vermutlich „Beharrlichkeit“, weil ich immer versuche, die notwendigen Werkzeuge zu finden, um mich weiterzuentwickeln: Vom ersten Tag an, als ich noch nichts wusste, bis heute arbeite ich hart und bilde mich weiter, um meine Arbeit stetig zu verbessern.
Gustavo Brigante über seinen Werdegang:
Die meisten Dinge habe ich mir selbst beigebracht. In meinen sechs Jahren an der Fachhochschule lernte ich die Kalligraphie und die Möglichkeiten kennen, verschiedenste Arbeiten am Computer zu gestalten. Dort habe ich auch die Grundkenntnisse des technischen Zeichnens vermittelt bekommen. Das war für mich ein großer Gewinn, denn ich habe schon immer gern gezeichnet. Es hat mir geholfen, sowohl meine praktischen Fähigkeiten als auch die nötige Geduld zu entwickeln und mir die Chance gegeben, Leuten über die Schulter zu schauen, die das gemacht haben, was ich toll fand.
Ich glaube, es haben ganz verschiedene Dinge Einfluss auf mich genommen. Was mich anfangs am meisten beeinflusst hat, waren die Cover von Musikalben und die spannende Frage, wer dahinter steckt. Diese Designer zu entdecken hat mich dazu motiviert, meinen Job ernster zu nehmen und im selben Bereich wie sie mitzumischen.
Gustavo und seine Arbeit:
Bei der Arbeit folge ich in der Regel keinem Muster. Aber für manche Aufträge, die ich mit Matte Painting oder Photoshop erstelle, fange ich mit einer Skizze an und recherchiere alles weitere, das in die Komposition einfließen soll. Einige Illustrationen beginne ich einfach spontan und arbeite dann die ganze Nacht an ihnen, bis sie fertig sind.
Grundsätzlich machen diejenigen Aufträge am meisten Spaß, in denen ich eigenständig arbeiten kann und die Freiheit habe, dem Kunden zu zeigen, wie viele persönliche Ideen ich in das Projekt gesteckt habe. Wenn der Auftrag allerdings sehr strukturiert ist, ist es schwierig, innovativ zu sein oder etwas zu erschaffen, das andere beeindruckt.
Früher dachte ich, dass ich meine Arbeit nicht ernst nehmen würde wenn ich mal eine Pause mache oder nicht durchgängig arbeite. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass solche Auszeiten, um Videospiele zu spielen oder einem anderen Hobby nachzugehen, ziemlich inspirierend sein können und meinen Geist frisch halten, so dass ich am Ende viel besser arbeiten kann.
Ich glaube, 2013 wird für mich ein sehr gutes Jahr im Hinblick auf Kundenprojekte. Ich habe jetzt schon eine Menge Aufträge, die ich sehr spannend finde. Manche davon kommen meinen persönlichen Projekten, die ich dieses Jahr realisieren möchte, sogar sehr nahe.
Für mich ist es sehr wichtig, an persönlichen Projekten zu arbeiten, weil ich hierin mit aller Hingabe neue Dinge ausprobieren und kreieren kann, die mir Auftragsarbeiten nicht erlauben. Diese Experimente fließen dann oft später in Kundenprojekte mit ein.
Gustavos Tipp an Euch:
Ich glaube, der beste Rat, den ich jemandem mit Interesse an diesem Beruf geben kann, lautet, hart zu arbeiten. Vor allem in Zeiten, wenn die Dinge nicht so leicht erscheinen, darf man niemals aufgeben. Denn wenn man es geschafft hat, realisiert man, dass man die Fähigkeit dazu besitzt, um erfolgreich zu sein.
Gustavo über seine Kreation für Fotolia TEN:
An dem Fotolia Projekt zu arbeiten, hat viel Spaß gemacht, weil ich hier einen Teil meiner Persönlichkeit zeigen kann. Auch wenn es zwischendurch schwierig ist, ohne Vorgaben ganz frei zu arbeiten, weil man sich schnell in etwas verlieren kann, bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Was ich an dem Projekt am meisten gemocht habe, war der Umstand, dass ich auf alle nötigen Ressourcen zurückgreifen konnte, um diese Arbeit umzusetzen. Wir hatten sogar die Möglichkeit, speziell für dieses Projekt Fotos zu machen. Ich brauchte zum Beispiel noch ein Bild für den zentralen Teil meiner Komposition. Ich wollte spezielle Details, ein Objekt, dass die Person im Bild halten sollte. Also habe ich einen Fotografen angesprochen und wir sind ins Studio gegangen, um diese Aufnahme zu realisieren. Es hat viel Spaß gemacht, diese Fotos anzufertigen und ich bin froh, dass die Bilder nun Teil der Fotolia Datenbank werden, damit auch andere Leute mit ihnen arbeiten können.
Da ich für das TEN Project ein freies Thema wählen konnte und die Gelegenheit hatte, an etwas zu arbeiten, das mich wirklich interessiert, dachte ich mir: Warum nicht eine Kreation entwerfen, die als Einladung zum Arbeiten daher kommt? Diesen Gedanken wollte ich in eine Umgebung integrieren, die lockerer, spielerischer daherkommt.
Gustavo über die technische Umsetzung:
Den Aufbau des Bildes begann ich mit der eindeutig zu erkennenden zentralen Achse, in der sich die Hauptszene befindet. Alle Elemente darum herum sind organisch gewachsen, fast so wie bei einer Pflanze, die sich vom Samen aus in alle Richtungen entwickelt.
Wie bei allen anderen Vorgängen fing der Prozess auf dem Papier an und nicht am Computer. Der zweite Schritt nach dem schnellen Erstellen der Skizze bestand darin, die nötigen Formen und Strukturen zu schaffen. Für die grundsätzliche Komposition und den 3D Look kam vornehmlich Adobe Illustrator zum Einsatz.
Nach den Arbeiten in 3D mit Illustrator und dem Import der Objekte in Photoshop ging es darum, die verschiedenen Ebenen so anzugleichen, dass sie den Eindruck einer einzigen Szene vermitteln. Schon in der Skizze war es mein Plan, drei Leute in der zentralen Szene zu zeigen. Zwei davon sollten Frauen mit besonderem Ausdruck und Farben sein, was sich z.B. in ihrer Kleidung oder der Art und Weise, wie sie sie tragen, widerspiegelt. Nach diesen Kriterien habe ich dann die Fotolia Datenbank durchsucht und schon nach kurzer Zeit genau die Bilder gefunden, die sowohl zum Stil passten als auch ästhetisch dazu geeignet waren, meine Idee zu zeigen. Aber ich brauchte noch ein weiteres Bild für die Bildmitte. Dafür hatte ich besondere Vorstellungen zu den Details und Gegenständen, die die Person halten sollte. Also habe ich mit dem Fotografen gesprochen und bin zu ihm ins Studio gegangen, um diesen Teil für das TEN Projekt aufzunehmen.
Nachdem ich die RAW Dateien vom Fotografen bekommen hatte, habe ich diese in Photoshop importiert und in Camera RAW einige Bildanpassungen vorgenommen, wie z.B. Farbtöne, Schattierungen und Belichtung. Natürlich nur so weit, wie es das RAW-Format zulässt, ohne das Bild zu zerstören. Das sind wichtige Schritte, damit das Bild nicht so aussieht, als komme es aus einer externen Quelle sondern so wirkt, als sei es auf demselben Weg wie seine Umgebung entstanden.
Für einige Teile des Bildes, wo die Farben nicht zum Gesamtbild gepasst haben, habe ich in Photoshop ein Anpassungswerkzeug verwendet. Dabei handelt es sich um das Tool “Farbe ersetzen”, in dem man mit Hilfe einer Pipette und einer Farbskala in ausgewählten Bereichen des Bildes die Farben ändern und anpassen kann. Beispielsweise kann man damit von Braun zu Orange oder von Lila zu Himmelblau oder aus jeder anderen Farbe in das gewünschte Spektrum wechseln.
Der technisch aufwändigste Prozess ist die Bearbeitung in 3D, um die Formen so zu erzeugen, wie man sie gerne hätte. Manche finde ich im Programm selbst oder in anderen Archiven, andere exportiere ich. Alles mit dem Ziel, dem Bild mehr Volumen zu geben, z.B. mit dem Werkzeug “Extruieren”.
Sobald alle Objekte und die Kompositionen in 3D fertig sind und wir kurz vor dem abschließenden Rendering-Prozess stehen, ist es wichtig, die gesamte 3D-Szene für die Bearbeitung in Photoshop vorzubereiten. Um nachher mit jedem Objekt oder einer Objektgruppe einzeln arbeiten zu können, ist es am besten, zunächst einen Alphakanal zu erstellen. So definiert man eine Vorauswahl, mit der man arbeiten kann und somit nicht jedes Objekt in Photoshop später manuell auswählen muss.
Nachdem alle Objekte in Photoshop über die Alphakanäle zugeordnet werden können, teilen wir die Bildelemente in verschiedene Ebenen auf. Diese ordnen wir von vorne nach hinten so an, dass wir verschiedene Befehle gezielt verwenden können, wie z.B. „Ebenen ausrichten“ oder “Ebenen anpassen”. Dabei sollte man stets mit einem größeren Abstand arbeiten, damit die Schwarz-Werte kleiner werden. Solche Feinheiten muss man während der Bearbeitung und Komposition in 3D für die spätere Arbeit in Photoshop im Hinterkopf behalten.
Wir schließen die Einbindung des Bildes ab, indem wir den Objekten Schatten zufügen. In diesem Fall bekommen die Schatten dieselbe Form wie das Referenz-Objekt, da sie noch mal in einem dahinter liegenden Objekt reflektiert werden.
Um das zu erreichen, müssen wir lediglich die Form des Schattens auswählen, den Schatten auf einer dahinter liegenden Ebene erstellen und dann leicht zur Seite, hoch oder runter bewegen, abhängig davon, woher das Licht kommt. In diesem Fall kommt das Licht aus der oberen Ecke, weshalb der Schatten leicht zur Seite und ein kleines Stück nach unten gedreht wird.





Ein wirklich gut verfasster Artikel, ich kenne mich nicht wirklich mit der Bild erstellung/bearbeitung am Pc aus, aber in jedem Bereich kann man Kunst darstellen.